Monate: November 2009

Milchstraßengeschichten, perspektivisch.

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gedicht

unter der näch­te­nen Kathe­dra­le tanzt das kno­chi­ge Frau­en­zim­mer mit dem Mäd­chen Tan­go. Medi­an, freu­den­los, starrt trü­be in den Tee, sieht Nacht­mahrs­fet­zen wabern, wo der fer­ne But­ter­mond süßt. Frau Sehn­sucht greift mil­de lächelnd sei­ne Hand, er schlürft und schlurft, ein Xylo­phon schlägt klap­pernd Takt und Melo­die. Auro­ra kommt in ihrem zwit­schern­den Kleid und sieht Frau Sehn­sucht plau­dern, Palei­ko erzäh­lend von neu­en Trau­mes­rei­sen. Stein um Bein erwar­te ich ver­ge­bens den nächs­ten Schlag, wie wohl mir ist,

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gedicht

spros­sen­be­wohn­tes Bett glei­tet unter mei­nen Füßen fort von frisch ver­pflanz­tem Herz­grund. Kirsch­kuss bleibt daheim und ich mit ihm und wir bei­den fah­ren auch gen Fort. Frau Sehn­sucht sitzt im Glas­wachs­haus, sieht wie die Welt dazwi­schen wächst erfreut an ihrem Werk und doch voll Reue, denn sie tat, was sie muss. Nicht, weil sie will. Ihr Tee aus But­ter­mon­dens Saft, schon bald ist er ver­sal­zen.

1813 — unterwegs/die graue Frau

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gesagt

Rau­schen­des, rol­lern­des, pock­ri­ges Wum­mern dröhnt bis in die Win­kel und füllt den bogen­über­dach­ten offe­nen Raum namens Bahn­hof, als ich über abge­nutz­te, gum­mi­be­kleb­te Stu­fen den Zug gen Dann erklim­me. Eins­ti­ge Luft schlägt mir ent­ge­gen, voll nach­ge­han­ge­ner, zurück­ge­blie­be­ner Gedan­ken, eine schwe­re, schwü­le und ver­brauch­te Luft, schon berührt und durch­wir­belt von neu­en alten Gedan­ken, Rei­se­ge­dan­ken, Erin­ne­run­gen an das Gera­de-noch, Hoff­nun­gen auf das Bald-schon, vol­ler Ach-scha­de, Und-gleich und Hmm. Ich rie­che die  Ein­sam­keit im Getüm­mel, spü­re, wie jeder sei­nen […]