Monate: November 2008

passacaglia spontanea

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gedicht

unter dem kris­tall­flo­cken­schwe­ren grau­en bal­da­chin gehe ich an des demen­ten väter­chens fros­ti­ger hand in der wei­ßen wüs­te spa­zie­ren, die uns bald so auf­ge­nom­men wie ver­ges­sen hat. wir wan­deln auf nie gegan­ge­nen pfa­den ent­lang des näch­te­nen wal­des und die glo­cken des win­ters schel­len ihr unrhyth­mi­sches lied. musik: rolf lis­le­vand — pas­sa­ca­glia spon­ta­nea. (ich wünscht, ich könnt’s euch geben, aber es ist unauf­find­bar)

welch trost

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gedicht

ich grü­ße euch, ihr ver­lor­nen see­len, auf zimt­krü­me­li­gen pfa­den schleicht ihr durch mei­nen nebel. vor­bei an frau sehn­suchts glas­wachs­haus, auf des­sen tisch in einer tas­se tee die far­ben tan­zen stol­pert ihr über gedan­ken­wur­zeln in bren­nen­den moor­bo­den gewach­sen. ich grü­ße euch, ihr ver­lor­nen see­len, der eis­wind macht euch frös­teln und ver­treibt doch die fah­len schwa­den nicht. der but­ter­mond schläft bei den ster­nen im blu­ti­gen schnee. ich grü­ße euch, ihr ver­lor­nen see­len, ich bin der novem­ber, ich […]

ich trinke

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gedicht

ich trin­ke vom zimt­e­nen blut. inmit­ten der novem­bri­gen kum­mer­schwa­den ruht ein irde­nes grab, geron­ne­ne, ver­rot­te­te erin­ne­run­gen fül­len es auf. frau sehn­sucht trägt ihr grau­es kleid, im sau­me wächst ein blatt ich trin­ke vom zimt­e­nen blut der dor­nen­den christ­knos­pe, ich klamm’re mich in den wal­len­den saum, der mir ent­flieht und mich auf dem gra­be war­ten lässt. kommt mir vor wie eine unbe­wuss­te reak­ti­on auf Miss*Ps zehn­ten ver­such einer moment­auf­nah­me.

sequenzen im dämmerlicht

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gedicht

blu­tes­bren­nen­de augen, mein tor zur welt liegt in trüm­mern, einst­mals stüt­zen­de stre­ben zucken flir­rend traum­um­nach­tet, ich den­ke noch, da — sitz, und sehe nur ein echo, leben­des, sich ent­wi­ckeln­des, beweg­tes stand­bild. mei­ne augen­li­der ver­sa­gen ihren dienst, ver­sa­gen mei­nen befeh­len die gefolg­schaft, die selbst­er­ko­re­nen gym­na­si­as­ten bewei­sen ein­an­der ihr wis­sen, ihr bull­shit klingt wirr an die wän­de gewor­fen, te domi­num, con­fi­te­mur, sie sin­gen? ich mer­ke auf und drü­cke „replay“, der tech­ni­sche ana­chro­nis­mus kre­iert sei­ne eige­nen vari­an­ten einer […]