5. Januar 2012
von Dogma Pillenknick
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bloggyboulga – flickr.com – CC-BY
„Wen immer du fragst, man wird dir stets sagen, es gäbe nur das eine, wahre, richtige Käsekuchenrezept – und wenn du dann fragst, ob der Kuchen mit oder ohne Boden sei, dann beginnen sie zu stottern und zu stammeln.
Dabei ist es mit Käsekuchen genau so wie mit dem Leben. Es ist eigentlich ganz einfach. Jeder hat schon einmal davon gehört, jeder kann dazu etwas sagen und jeder meint natürlich eine Meinung dazu haben zu müssen und jeder, aber auch wirklich jeder wird dir sagen, es wäre doch eigentlich ganz einfach. Aber hast du schon einmal versucht einen Käsekuchen zu backen?
Natürlich kannst du einen Käsekuchen mit Boden backen, ob er aus Kekskrümeln, Streuseln oder Mürbeteig ist, ist dabei fast nebensächlich. Irgendwann entscheidest du dich und machst alles wie im Rezept, und dann geht es doch schief und der Käsekuchen wird oben braun und unten steinhart.
Bäckst du den Käsekuchen aber ohne Boden, kann eigentlich nichts mehr passieren – oder alles. Entweder wird alles wunderbar, oder du fällst und fällst und fällst und schlägst doch nicht auf, weil da da kein Boden unter deinen Füßen ist, auf dem du aufschlagen könntest. Du kannst dich nicht im Dreck suhlen, niemand kann dich dort mitleidig anschauen.
Man sagt, Käsekuchen ohne Boden sei viel einfacher … aber mal ganz ehrlich: Hast du mal versucht ohne Boden zu leben? Letztlich ist dein Leben doch auch nur ein Fass ohne Boden, eine bodenlose Frechheit.“
„Aber es schmeckt mir doch!“