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5.txt | gleich

Vor­wort: Dies ist der fünfte Teil eines grö­ße­ren Pro­jekts. Ich möchte im Rah­men von *.txt an die­sem Anfang immer wei­ter schrei­ben. Eine Idee habe ich im Kopf, aber wohin *.txt mich beglei­ten wird, das weiß ich nicht. Ich bin gespannt.

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Nur ein paar Minüt­chen noch, dann ist es soweit: Deutsch­lands schönste Bahn­stre­cken, live, und ich bin vor Ort, mit­ten­drin statt nur dabei.
Ja, du wärst auch jetzt gerne hier, und wenn du wüss­test, dass ich hier bin, ohne dich, und dass ich diese Fahrt geplant habe ohne dich, wäh­rend du neben mir auf dem Sofa schliefst, dann wür­dest du mich aus dei­nen hasel­nus­si­gen Augen anschauen mit die­sem so sprich­wört­li­chen Hun­de­blick, dass ich dir spon­tan doch eine Fahrt­karte gekauft hätte, egal zu wel­chem Kurs. Du hät­test mich rui­niert. Du hast mich rui­niert.
Da – der Dra­chen­fels. Was konn­test du mir alles von ihm erzäh­len, obgleich du nie dort gewe­sen bist.

[Regie­an­wei­sung: es beginnt „See, even Night her­self is here“ aus Pru­cells „The Fairy Queen“, ein­ge­spielt von Cantillation]

Grüne Hänge und grüne Hügel, nichts als Früh­ling sieht mein Auge, und unter ihnen liegt Königs­win­ter toten­still, da alles Leben gen Him­mel strebt, zu Fuß und auf Rädern und in der Zahn­rad­bahn. So ruhig und fried­lich, als schlie­fest du nur, dabei küm­mert es mich nicht. WIe sonst könnte ich so gelas­sen hier sit­zen und auis dem Fens­ter schauen und–
stän­dig dabei an dich den­ken.
Du bist mir völ­lig gleich, sage ich mir, doch da ist eine Stimme in mir, die schreit.
LÜGE, LÜGE, LÜGE, LÜGE! Alles nur Lug und Trug, vor­ge­scho­ben, behaup­tet, doch ich schreie zurück, ich schreie und schreie, bis ich hei­ser bin im Kopf.

Alles in Ord­nung bei Ihnen?“ Ich zucke zusam­men. „Die Fahr­karte, bitte.“

Wei­tere Bei­träge fin­det ihr bei Domi­nik.

Die vori­gen Teile mei­ner Geschichte fin­det ihr hier: 1.txt, 2.txt, 3.txt, 4.txt

4.txt | Bild

Vor­wort: Dies ist der vierte Teil eines grö­ße­ren Pro­jekts. Ich möchte im Rah­men von *.txt an die­sem Anfang immer wei­ter schrei­ben. Eine Idee habe ich im Kopf, aber wohin *.txt mich beglei­ten wird, das weiß ich nicht. Ich bin gespannt.

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Weißt du eigent­lich, dass ich dich geliebt habe? Nein, wie soll­test du es auch wis­sen, denn ich habe es dir nie gezeigt, dir und nie­man­dem. Wäh­rend du dach­test, ich liebte dich, wäh­rend deine Mut­ter dachte, ich wäre so ein net­ter jun­ger Mann, wäh­rend unser gesam­ter gemein­sa­mer Freund­kreis dachte, wir wären das Traum­paar des Jahr­hun­derts, weil wir schon seit der Ober­stufe zusam­men waren, habe ich dich eigent­lich nur gehasst. Ein ein­zi­ges gro­ßes Schau­spiel, und nicht ein­mal jetzt kannst du hin­ter die Bühne tre­ten und das ganze Thea­ter ent­tar­nen als das, was es ist.
Obwohl: Wer weiß schon, wo du jetzt bist? Wenn es doch ein Leben nach dem Tod gibt, bist du jetzt dort und kannst dir end­lich alle Akte unse­res Dra­mas anschauen? Oder bleibt dir auch die­ses Mal der Zugang durch die Kulisse verborgen? …

Warum liegt mir eigent­lich so viel daran, dich doch nicht so unwis­send zu wis­sen wie du warst, und so über­rascht? Und wo bleibt end­lich die­ser blöde Zug? … Wie stets in mei­nem Leben kommt er natür­lich erst, wenn ich mich über seine Ver­spä­tung auf­re­gen, und wie stets ist es auch nur eine Illu­sion, der ich mich hin­gebe, weil sie so schön ist. Schier end­los dau­ern die Sekun­den, die der Zug noch braucht, bis er zum Hal­ten kommt und er sich auf den bis dato lee­ren Bahn­steig über­gibt und mich zum Spiel­ball der Gezei­ten macht.
Deine brau­nen Augen. Sie star­ren mich an, mein Anker in die­sem Getöse. Ich will zurück­wei­chen und stehe doch still. Erst als der letzte Fahr­gast aus dem Zug her­aus­tröp­felt, falle ich nach vorn, in den Zug hin­ein.
Deine brau­nen Augen. So aus­drucks­los habe ich sie noch nie gese­hen, nicht ein­mal als du da lagst und dar­auf war­te­test, dass ich aus mei­nem Erstau­nen wie­der zu mir fand. Es war so ein­fach gewe­sen.
Ich war auf­ge­stan­den und hatte die Taschen­tü­cher acht­los fal­len gelas­sen, hatte meine Boxer­shorts über­ge­streift und dann nichts. Schon da hat­test du mich aus die­sen, dei­nen so hasel­nus­si­gen Augen ange­starrt und gefragt: Warum? und auch jetzt blickst du mich an, wort­los, und fragst: Warum?

Statt der son­ni­gen Aus­fahrt aus dem Bahn­hof sehe ich nur dich, nur dein fra­gen­des Gesicht, als läge ein Farb­fil­ter vor mei­nen Augen. Immer bist du da, jetzt mehr denn je.

Wei­tere Bei­träge fin­det ihr bei Domi­nik.

Die vori­gen Teile mei­ner Geschichte fin­det ihr hier: 1.txt, 2.txt, 3.txt

3.txt | abgrundtief

Vor­wort: Dies ist der dritte Teil eines grö­ße­ren Pro­jekts. Ich möchte im Rah­men von *.txt an die­sem Anfang immer wei­ter schrei­ben. Eine Idee habe ich im Kopf, aber wohin *.txt mich beglei­ten wird, das weiß ich nicht. Ich bin gespannt.

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Köln, Hohen­zol­lern­brü­cke. Der Nebel, der auf­ge­zo­gen war, wäh­rend wir das erlö­sende Signal zur Wei­ter­fahrt erwar­tet hat­ten, liegt so schwer über der Stadt, dass ich weder das linke, noch das rechte mit Vor­hän­ge­schlös­sern bela­dene Absperr­git­ter zu den Fuß­we­gen sehen kann. Der Zug schleicht gen Haupt­bahn­hof, dabei wäre es ohne­hin zu spät, wenn der Lok­füh­rer erst jeman­den auf den Glei­sen erblickt hätte. Erst, als wir die neo­go­ti­sche Stahl­spitz­bo­gen­kon­struk­tion errei­chen, wer­den die Sicht­ver­hält­nisse ein wenig bes­ser.
„Meine Damen und Her­ren, bitte beach­ten Sie fol­gen­den Hin­weis.“ Ich ahne, was kommt, und schaue ver­son­nen zu mei­nen Mit­rei­sen­den, wie sie zur Kennt­nis neh­men müs­sen, dass der Zug­ver­kehr wit­te­rungs­be­dingt vor­erst ein­ge­stellt wird. Es dau­ert einen Moment, ehe die Erkennt­nis ein­setzt, doch diese kurze, über­ra­schende Stille ist die Auf­re­gung wert, die ihr nach­folgt. Ich krame meine Kopf­hö­rer aus der lin­ken Jacken­ta­sche und stopfe sie mir in die Ohren. Knick, der Klin­ken­ste­cker ras­tet in mein Smart­phone ein. Was will ich hören? Regina Spek­tor? Nein. Kraft­klub? Nein. Dick Brave And The– Nein. Ich scrolle durch die gespei­cher­ten Alben, über­fliege Titel um Titel, Jean-Philippe Rameau, Dar­da­nus, ein­ge­spielt von den Musi­ci­ens du Lou­vre unter Marc Min­kow­ski, das soll es sein: Feuer und Form, Rhyth­mus und erha­bene Gelas­sen­heit. damit im Ohr kann ich mich den auf­fla­ckern­den Erin­ne­run­gen an den gest­ri­gen Abend stellen.

Dein so erstaun­ter letz­ter Blick brennt wie Sau­rons Auge in mei­nem Kopf. Du schienst so über­rascht, nach all den Wochen zuvor, und das muss­test du auch sein, denn ein Zei­chen, dass es so mit dir enden würde, hatte ich dir nie gege­ben, im Gegen­teil: Ich musste es für dich urplötz­lich erschei­nen las­sen, gleich­wohl es von Anfang an mein Plan gewe­sen war, denn eigent­lich hätte ich keine Chance bei dir gehabt.
Wenn ich jetzt nur daran denke, wird mir schlecht. Mit Ent­set­zen spüre ich, wie meine Latte im Hosen­bein pocht. Ich bin doch ein kran­kes Stück Scheiße. Mit einem Mann im Bett, was hatte ich mir dabei nur gedacht? Wahr­schein­lich nichts. Nur Gefühl war da, ganz viel gefühl. Ja, ich habe dich erwürgt, getö­tet als du kamst. Im Kom­men bist du gegan­gen, du soll­test mir dank­bar sein. Es fiel mir so leicht.

Wei­tere Bei­träge fin­det ihr bei Domi­nik.

Die vori­gen Teile mei­ner Geschichte fin­det ihr hier: 1.txt, 2.txt

2.txt | wünschen

Vor­wort: Dies ist der zweite Teil eines grö­ße­ren Pro­jekts. Ich möchte im Rah­men von *.txt an die­sem Anfang immer wei­ter schrei­ben. Eine Idee habe ich im Kopf, aber wohin *.txt mich beglei­ten wird, das weiß ich nicht. Ich bin gespannt.

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Wenn doch nur alles ein klei­nes biss­chen ein­fa­cher wäre!
Statt­des­sen starre ich aus dem Fens­ter in die nicht umsonst Schäl Sick genann­ten Stra­ßen­züge Kölns, weil der Haupt­bahn­hof sei­nem Ruf als Nadel­öhr mal wie­der alle Ehre erweist. Links Schie­nen, rechts Schie­nen, im Zug Gal­gen­hu­mor, weil man uns dem Anschein nach ver­ges­sen hat. Was sind schon zwan­zig Minu­ten unfrei­wil­li­ger Pause vor Köln-Mülheim, wenn es keine Durch­sa­gen gibt? Für einen Moment fan­ta­siere ich, der Lok­füh­rer wisse bescheid und laufe gerade zum nächs­ten Bäcker, um sich sein zwei­tes Früh­stück zu orga­ni­sie­ren, aber das ist natür­lich Blöd­sinn. Wenn über­haupt, dann macht er gerade seine recht­lich vor­ge­schrie­bene Pause.

Als ich diese, meine Reise plante, war alles so klar. Ich hatte ein Pro­blem, ich suchte eine Lösung, und der Abstand vom All­tag , die Unge­stört­heit sollte mir den Raum zum Den­ken geben, von dem ich dachte, ich würde ihn brau­chen, um Ant­wor­ten auf meine Fra­gen zu fin­den. Wenn da nur nicht der heu­tige Abschied dazwi­schen gekom­men wäre!

Ent­schul­di­gung, stört es Sie, wenn ich rau­che?“
Bitte, was? Das ganze Abteil ist leer und die­ser Typ setzte sich aus­ge­rech­net neben mich.
„Hier is’ Rauch­ver­bot.“
„Was Sie nicht sagen!“ Ich höre ech­tes Erstau­nen. „Wis­sen Sie, ich fahre nicht so oft Zug. Das ist mir neu. Wo ist denn der Rau­cher­wa­gen?“
Ich habe keine Lust, mir die Lebens­ge­schichte die­ses Herrn älte­ren Semes­ters anzu­hö­ren, sollte wohl froh sein, wenn er zu jung für Erin­ne­run­gen an den Krieg ist. Obwohl: Brächte es mir irgend­et­was, wenn er statt­des­sen vom Wirt­schafts­wun­der schwärmte? „Gibt kei­nen.“
„Nicht?“
„Nein, aber Sie kön­nen zum Rau­chen auf Klo gehen. Is zwar auch ver­bo­ten, macht aber trotz­dem jeder.“ Und danach gibt es dann eine den Zug erhei­ternde Durch­sage. Warum läuft eigent­lich ein orange geklei­de­ter Mensch am Zug ent­lang?
Der alte Mann schnauft – oder sollte es ein Seuf­zer sein?
„Danke, aber so schlimm isset auch nich. Ich muss ja nur bis zum Haupt­bahn­hof.“
Was gäbe ich nur dafür, dass wir end­lich dort ankom­men. Ich würde meine Schwie­ger­mut­ter ver­kau­fen, wenn ich eine hätte, zur Not auch ver­schen­ken. Aber ich habe ja nicht ein­mal eine. Wie soll ich sie dann verkaufen?

Meine Damen und Her­ren, hier spricht ihr Zug­chef.“ Oha! Gleich geht es rund. „Wie Sie bemerkt haben dürf­ten, hat sich unser Zug seit eini­gen Minu­ten nicht bewegt. Das kleine orange Männ­chen, das Sie gerade viel­leicht drau­ßen her­um­hüp­fen gese­hen haben, ist unser Lok­füh­rer, der her­aus­zu­fin­den ver­sucht, warum wir nicht wei­ter­fah­ren kön­nen. Solange er drau­ßen ist, blei­ben wir hier ste­hen und war­ten auf ihn. Sobald ich mehr weiß, werde ich es Sie wis­sen las­sen. Vie­len Dank.“
Drei … zwei … eins … jetzt müsste das Chaos begin­nen. Men­schen, die ohne­hin nur alle Jubel­jahre mit der Bahn fah­ren, wür­den sich in ihrem Hass bestä­tigt füh­len, Pend­ler wür­den seuf­zen und sich ihrem Schick­sal erge­ben, alles würde sei­nen gewohn­ten Gang gehen, doch irgend­et­was was anders und das machte mir Angst.

Wei­tere Bei­träge fin­det ihr bei Domi­nik.

Die vori­gen Teile mei­ner Geschichte fin­det ihr hier: 1.txt

In aller Kürze: Logos für *.txt

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Was sahen meine trü­ben Augen, als Domi­nik das Pro­jekt *.txt vor­stellte – einen Ruf nach einem Logo? Ich konnte nicht wider­ste­hen. Nach einem ers­ten Ent­wurf machte ich mich schließ­lich nach nun­mehr drei Wochen High Life noch ein­mal an den Fein­schliff, zau­berte ein paar Far­ben aus dem Hut und berei­tete das alles dann noch in unter­schied­li­chen Grö­ßen auf.

Ich hoffe, dass für jede_n von euch etwas dabei ist. Ladet euch ein­fach die ZIP-Datei her­un­ter und sucht euch den Ord­ner mit der Farb­num­mer her­aus. Darin fin­det ihr das Logo in meh­re­ren Grö­ßen. Ihr könnt es dann bei euch hoch­la­den und frei in einem nicht­kom­mer­zi­el­len Rah­men ver­wen­den (Wer­bung im Blog zähle ich dabei als nichtkommerziell).

Hier ist die Datei: klick (1,2 MB).

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