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Craftbier-Expedition durch Weinland-Pfalz – Von Wuppertal an den Laacher See

Der Juni 2015 war ein durch­wach­se­ner Monat, aber ein paar Tage Son­ne hat­te er doch zu bie­ten. Welch Glück, dass ich genau die Tage erwisch­te für einen Kurz­ur­laub in der Pfalz. So spon­tan ich die­se Rei­se geplant hat­te, so chao­tisch wur­de sie auch, zumin­dest auf den ers­ten Blick. Woll­te ich ursprüng­lich durch die Wein­ber­ge radeln und damit einen Teil der Pfalz erkun­den, in dem ich noch nicht so oft war, war mein nächs­ter Plan, eine Mit­­­tel­rhein-Höhen­­­tour zu machen und mal von oben auf den Rhein zu schau­en. Letzt­lich ent­schied ich mich kurz vor der Abfahrt noch ein­mal um und ten­dier­te zur einer „Craf­t­­bier-Expe­­di­­ti­on durch Wein­­land-Pfalz“. Das alles soll­te – natür­lich – auf zwei Rädern statt­fin­den und die Näch­te woll­te ich im Zelt ver­brin­gen; es soll­te also ein typi­scher Hen­dryk-Urlaub wer­den – und das wur­de er auch, wenn auch anders als geplant. Eigent­lich woll­te ich einen Bei­trag mit reich­lich Bil­dern über die­ses klei­ne Aben­teu­er ver­fas­sen, aber wie es sich so ergab, wur­de der Text dann doch län­ger und län­ger und ende­te schließ­lich bei rund 3.900 Wör­tern. …

Auf der Suche nach dem Wupper-Radweg

Was gibt es Schö­ne­res an einem son­ni­gen Sams­tag im Sep­tem­ber, als eine Wan­de­rung in Wup­per­ta­ler Wäl­dern zu wagen? Man könn­te Eis essen oder durchs Lui­sen­vier­tel bum­meln. Man könn­te auf der Hardt pick­ni­cken oder durch den Zoo fla­nie­ren. Ich tat jedoch nichts der­glei­chen. Wohl wis­send, dass es ihn nicht gibt, woll­te ich den Wup­per-Rad­­weg fin­den. Ich woll­te gen Quel­le der Wup­per rei­sen, auch wenn sie dort nie­mand so kennt – und ein paar net­te Fotos schie­ßen woll­te ich auch noch. Wenn’s mehr nicht ist. Das konn­te ja eigent­lich nur in die Hose gehen.

Bike statt Streik

Manch­mal kommt das Glück wahr­lich unver­hofft – und manch­mal kün­digt es sich an. Ges­tern war es qua­si mit Ansa­ge, obwohl an Glücks­ge­füh­le wohl nie­mand dach­te, als die Gewerk­schaft Deut­scher Loko­mo­tiv­füh­rer (GDL) mor­gens ankün­dig­te, sie wür­de den Güter­ver­kehr bestrei­ken. Als es dann spä­ter hieß, die GDL wür­de sich nicht nur auf den Güter­ver­kehr beschrän­ken, steig wohl die Lau­ne man­cher Zeit­ge­nos­sin­nen und -genos­sen ins Uner­mess­li­che. Als klar wur­de, dass es nicht regio­na­le Schwer­punk­te geben wür­de, son­dern einen flä­chen­de­cken­den Streik, da stand das Urteil wohl schon fest: „Die Loko­mo­tiv­füh­rer“ sind Erpres­ser und „die Bahn“ ohne­hin schei­ße. Ver­ständ­nis hät­te ohne­hin nie­mand zu erwar­ten. Ich hin­ge­gen fie­ber­te dem Fei­er­abend immer mehr ent­ge­gen. (Aber gut, ich hat­te auch kei­ne wei­te­ren Ter­mi­ne und freu­te mich zudem auf ein paar wei­te­re Kilo­me­ter für das Stadt­ra­deln.) So kam ich völ­lig unbe­scha­det von Her­ne bis nach Dort­mund und war schon auf dem Weg zu Gleis 20, wo mein RE4 plan­mä­ßig hät­te fah­ren sol­len, als – ja, als – mir ein­fiel, dass der ja am Mor­gen die Umlei­tung über Wit­­ten-Annen genom­men hat­te, und des­we­gen wohl auf …

Wie die Korkenzieher – mit dem Fahrrad über eine Bahntrasse

Ich weiß gar nicht mehr, wie genau es anfing. Frü­her, als ich noch ein Stepp­ke war, hat­te ich natür­lich ein Fahr­rad. Auch spä­ter fuhr ich noch ab und an mit dem Rad, es war mitt­ler­wei­le ein neon­gel­bes Moun­tain­bike, wel­ches noch immer exis­tiert, aber mitt­ler­wei­le mun­ter im Schup­pen bei mei­nen Eltern vor sich hin ros­tet. Shame on me! Jeden­falls ent­schloss ich mich Jah­re spä­ter – nach einem Aus­zug und diver­sen Umzü­gen –, mein BAFöG in ein neu­es Fahr­rad zu inves­tie­ren und gönn­te mir einen neu­en Draht­esel. Es war mir damals ein inne­res Bedürf­nis und seit­dem kann ich irgend­wie nicht mehr ohne Fahr­rad. Ich fah­re sogar mit dem Rad zur Arbeit, zwei- bis fünf­mal pro Woche, je nach­dem, wie ich gera­de Uni habe. Man könn­te also sagen, ich bin ein wenig dem Fahr­rad­vi­rus anheim gefal­len. Das ein­zi­ge, was gegen die­ses furcht­ba­re Lei­den hilft, sind lei­der Rad­tou­ren – welch ein Jam­mer! Somit ergab es sich, dass ich ges­tern das wun­der­ba­re Wet­ter nutz­te, um einen leicht­sin­ni­gen Plan zu schmie­den.