Alle Artikel mit dem Schlagwort: *kopfschüttel*

wenn's doch nur provinzposse sein dürft'

ein blick nach rechts bringt heut­zu­ta­ge aben­teu­er­li­ches zustan­de. und damit mei­ne ich nicht die kam­pa­gne der jun­gen frei­heit über die ver­meint­li­chen grü­nen flag­gen­schän­der, die den weg in die bild fan­den, deren zusam­men­hän­ge julia see­li­ger ein wenig sor­tiert hat. - DAS würd' ich nicht pro­vinz­pos­se nen­nen wol­len und das wäre auch nicht ansatz­wei­se ange­mes­sen. nein, mir geht es viel­mehr um hes­sen. HESSEN. ja, exakt jenes bun­des­land, in wel­chem sich bereits ein gro­ßes dra­ma abge­spielt hat, jenes hes­sen, in dem der­zeit eines der inter­es­san­tes­ten poli­ti­schen expe­ri­men­te statt­fin­det, jenes hes­sen, in dem die spd mit der lin­ken koope­rie­ren kann, ohne dafür nun­mehr ange­fein­det zu wer­den - sie bil­den ja kei­ne regie­rung -, jenes hes­sen, das roland koch los­wer­den woll­te und doch nicht abset­zen konn­te, weil sich die poten­zi­el­len thron­fol­ger in bünd­nis­sen gegen­sei­tig die gefolg­schaft ver­sag­ten und den wäh­ler die­se bünd­nis­se für wich­tig und gül­tig ver­kauf­te.

kooperation - oder einfach nur dreist?

ein wei­te­res klei­nes stein­chen, das dazu bei­trägt, dass ich die waz immer gerin­ger schät­ze. am 28. mai brach­te "Die Welt" einen arti­kel über anna lühr­mann, jüngs­te bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te bis­her (wur­de mit 19 in den bun­des­tag gewählt, will mit 27 nach zwei legis­la­tur­pe­ri­oden aus­schei­den), weil die­se eben ihren abschied ange­kün­digt hat­te. am 30. mai zog die taz mit einem inter­view nach. über­schnei­dun­gen gibt es wört­lich in exakt einem satz: "ich habe von anfang an gesagt, dass ich nur zwei legis­la­tur­pe­ri­oden machen will.", so lühr­mann in bei­den zei­tun­gen.

verheizen will gelernt sein

da steht es, schwarz auf weiß (zumin­dest für mich): spd lässt gesi­ne schwan war­ten. wir erin­nern uns, an das jahr 2004 - ich weiß, lang her - da kan­di­dier­te frau schwan schon ein­mal für das amt des/der bun­des­prä­si­den­tIn, auf wunsch der spd. … damals hat­te sie rein rech­ne­risch bei den dama­li­gen lager­ver­hält­nis­sen (schwarz-gelb vs. rot-grün) rein rech­ne­risch kei­ne chan­ce. horst köh­ler als ursprüng­li­cher vor­schlag der fdp (kor­ri­giert mich, wenn ich irre) wur­de als ver­meint­li­cher vor­bo­te zu schwarz-gelb ins ren­nen geschickt und gewann, der prä­si­dent des "ich lie­be unser land." gut, die schwarz-gelb schei­ter­te am ein­zug der lin­ken in den bun­des­tag und gesi­ne schwan schei­ter­te wie jede frau, die bis­her ins ren­nen geschickt wur­de. frau­en als kan­di­da­tin­nen machen sich immer gut, beson­ders, wenn sie kei­ne chan­ce zu gewin­nen haben … so demons­triert man die geleb­te gleich­be­rech­ti­gung ohne die herr­schaft der män­ner zu gefähr­den, na bra­vo!

überwacher überwachen!

sed quis cus­to­diet ipsos cus­to­des? - wer aber wird die wäch­ter über­wa­chen? (juve­nal, sati­ren VI, 347) was immer ich hier schrei­be, auf wel­chen sei­ten auch immer ich mich gera­de bewe­ge, mit wem ich gera­de chat­te, der herr schäub­le weiß es. er selbst viel­leicht eher weni­ger und selbst poli­zis­ten und bun­des­nach­rich­ten­dienst (bnd) müs­sen nicht unbe­dingt gera­de mit­le­sen, wie ich die­se zei­len tip­pe - aber allein der umstand, dass es von allem, was ich im inter­net tue, rein pro­vi­so­risch eine blau­pau­se in den rechen­zen­tren der inter­net­an­bie­ter für das nächs­te hal­be jahr gibt, macht mich ein wenig para­no­id. wer sind eigent­lich die über­wa­cher? wen sol­len wir denn über­wa­chen? und wie?

replik auf "Und eines tages"

sie haben mei­ne daten gele­sen - ich kau­fe kon­do­me, gleit­mit­tel und bio­kaf­fee sie haben mei­nen com­pu­ter durch­sucht - ich habe vie­le fotos von kin­dern sie bewa­chen mei­ne schrit­te - ich bin sehr oft ein­sam sie haben mir wer­bung geschickt - ich brau­che kein via­gra, ich tue schon so ande­ren weh sie ver­sand­ten gesund­heit­li­che infor­ma­tio­nen - ich bin nicht krank, das wür­de ich nie­mals zuge­ben sie mach­ten mich glä­sern - ich bin wohl exhi­bi­tio­nis­tisch ver­an­lagt der fahn­der hielt mich für einen sexu­al­straf­tä­ter der schlimms­ten sor­te: pädo­phil, exhi­bi­tio­nist, sex­süch­tig und unein­sich­tig. mei­ne nach­barn den­ken das glei­che, seit­dem sie mich in der zei­tung sahen. selbst mei­ne fami­lie leug­net alles, was mich ent­las­ten könn­te, dass ich nur safer sex habe, treu und mono­gam lebe, dass ich stets der foto­graf auf allen fami­li­en­fei­ern war (dass unse­re gro­ße fami­lie aus vie­len kin­dern besteht, kön­nen sie aber nicht leug­nen, wie tröst­lich), dass mei­ne sozia­len kon­tak­te zu weit weg sind, dass ich ein ätzen­der zyni­ker bin, dass ich schwul bin und sonst nichts. das nennt die lite­ra­tur wohl inter­pre­ta­ti­ons­frei­heit. ich nen­ne es mein …