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#reiseknick, Tag 10: Lingenfeld–Oberbruch

Urlaub tut Not. Anders als bis­her, da ich immer eine halb­wegs gut aus­ge­ar­bei­te­te Rou­te hat­te, habe ich dies­mal nur zwei­ein­halb Zwi­schen­zie­le und den Plan, mal rechts­rhei­nisch unter­wegs zu sein (zumin­dest bis Bin­gen). Ob das biss­chen Plan rei­chen wird … wir wer­den es sehen.

Karls­ru­he. Damit hat­te ich nun nicht gerech­net. Aber wenn dein Rad dich nach Karls­ru­he führt, dann fährst du halt nach Karls­ru­he. Es gibt näm­lich Schlim­me­res. Mir fällt nur gera­de nichts ein.

Schön anzuschauen ist so ein Altarm des Rheins schon. Man sollte als Mückenfutter nur nicht zu nahe kommen.

Schön anzu­schau­en ist so ein Alt­arm des Rheins schon. Man soll­te als Mücken­fut­ter nur nicht zu nahe kom­men.

Da die sani­tä­ren Anla­gen schlüs­sel­ge­bun­den waren und die Abga­be der Schlüs­sel nur zwi­schen halb neun und neun Uhr mög­lich war, begann mei­ne Pack­rou­ti­ne unge­fähr eine Stun­de eher als sonst mit dem Ergeb­nis, dass ich schon um kurz nach neun unter­wegs war. Früh­stück gab es daher erst ein­mal kei­nes und Kaf­fee auch nicht. Bei­des hol­te ich in Ger­mers­heim, der ers­ten Stadt auf dem Weg gen Süden, nach. Zwei Bröt­chen mit Käse und ein Café au lait kamen zum stol­zen Preis von 7,70 € mühe­los auf Platz eins mei­ner „Wenig essen für viel Geld“-Hitliste, aber das soll­te nicht die ein­zi­ge Aus­ga­be an die­sem Tag blei­ben.

Nach der Irr­fahrt durch das bau­stel­len­ver­wöhn­te Ger­mers­heim fand ich schließ­lich wie­der an den Rhein zurück und folg­te ihm durch die diver­sen Auen bis Wörth. Da mir zwi­schen­zeit­lich in den Sinn gekom­men war, dass für womög­lich wei­te­re Kilo­me­ter gen Süden eine neue Kar­te mit ein­ge­zeich­ne­ten Rad­rou­ten und vor allem Cam­ping­plät­zen von Nöten wäre, ver­such­te ich dort in einer Buch­hand­lung eine zu erste­hen. Zwar gab es eine gute Kar­te, aller­dings besaß ich die­se bereits. Man emp­fahl mir nach Karls­ru­he zu fah­ren, was ich – hat­te ich zwi­schen­zeit­lich mit der Vélo­rou­te Rhin, also dem links­rhei­ni­schen Rad­weg durch Frank­reich, gelieb­äu­gelt – spon­tan auch tat. Qua­si pro­blem­los, weil ziem­lich gut durch Weg­wei­ser geführt, fand ich den Weg zum Schloss, pau­sier­te kurz, schoss ein obli­ga­to­ri­sches Sehens­wür­dig­kei­ten­fo­to und roll­te dann die letz­ten Meter zur Buch­hand­lung, wo es wie ver­spro­chen „mei­ne“ Kar­te gab.

Plötzlich Prinzessin? Blödsinn. Plötzlich Karlsruhe.

Plötz­lich Prin­zes­sin? Blöd­sinn. Plötz­lich Karls­ru­he.

Nur weni­ge Meter wei­ter kehr­te ich – der Hun­ger quäl­te mich sehr – für ein Mit­tag­essen ein, ehe ich wie­der auf­brach. Wie­der durch eine Bau­stel­le erfolg­reich her­um­ge­ei­ert, fand ich schließ­lich einen Weg gen Süden und sogar eine Rad­rou­te – nur war es nicht die, die ich woll­te. Statt des in der Kar­te groß ange­kün­dig­ten Orten­au-Wegs begeg­ne­te ich in den fol­gen­den Stun­den immer wie­der Weg­wei­sern des Rhein­tal-Rad­wegs, die zufäl­li­ger­wei­se die­sel­be Rou­te wie­sen.

An Bahnstrecken kann ich mich stets aufs Neue ergötzen.

An Bahn­stre­cken kann ich mich stets aufs Neue ergöt­zen.

Wie auch immer. Ich schlän­gel­te mich also am Ran­de des Schwarz­walds ent­lang und als es schließ­lich Abend wur­de, hat­te ich mich für zwei Cam­ping­plät­ze ent­schie­den. Bei­de soll­ten bis 22 Uhr geöff­net haben, bei­de lagen auf dem Weg gen Süden, aber einer war ein­fach attrak­ti­ver: Er war güns­ti­ger und lag näher. Die Ent­schei­dung fiel mir also recht leicht. Dass ich mich daher noch ein­mal kapi­tal ver­fah­ren muss­te, lag also auf der Hand. Immer­hin kam ich den­noch an; zwar eine Vier­tel­stun­de nach Ende der Büro­zei­ten, pünkt­lich zum Ende der tages­schau, aber ich bekam Klein­geld für die Dusche gewech­selt und sogar noch ein Abend­essen. Was will man mehr?

Die Tour

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