Gedöns
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Über das Schreiben von Tagebüchern (oder so)

Ich bin kein Tage­buch­blog­ger. Ich war es nie und wer­de es wohl auch nie sein. Es macht mir kei­ne Freu­de, jeden Abend noch ein­mal den abge­lau­fe­nen Tag zu reka­pi­tu­lie­ren und noch weni­ger den­ke ich, dass es jeman­den inter­es­sie­ren könn­te, was mir so wider­fah­ren ist. Abge­se­hen davon emp­fin­de ich vie­les als zu pri­vat, um es zu ver­öf­fent­li­chen.

Ande­rer­seits habe ich vor gerau­mer Zeit mal das Expe­ri­ment gemacht, mir jeden Abend Zeit für eine DIN-A5-Sei­te zu neh­men, auf der ich nie­der­schrieb, was denn gut war an die­sem Tag. Selbst wenn alles schei­ße war, woll­te ich nur auf­schrei­ben, was mir einen Glück­mo­ment an die­sem Scheiß­tag beschert hat­te. Nicht ohne Grund nann­te ich die­ses Expe­ri­ment „100 days of hap­pi­ness“ und ich zog es bis zum Ende durch.

Wenn ich aber eines in die­sen 100 Tagen am eige­nen Leib gemerkt habe, dann dass es – auch wenn es nicht immer Freu­de war – mir einen Moment der Ruhe ver­schaff­te und mich kurz inne­hal­ten ließ und mir genau­ge­nom­men ein biss­chen mehr Bewusst­heit für den Tag gab. Dass ich mir ganz neben­bei eine neue Rou­ti­ne schuf, die mir am Ende nicht ein­mal mehr stö­rend auf­fiel: geschenkt. War­um ich das gera­de auf­schrei­be?

Wenn ich über das gan­ze Pro­ze­de­re schrei­be, dann hat das auch einen Anlass. Ich will es wie­der tun. Ich will mir wie­der einen klei­ne, reka­pi­tu­lie­ren­de Rou­ti­ne schaf­fen, die mir etwas mehr Ruhe am Tagesen­de geben kann. Ich will nicht jeden Tag dar­über blog­gen (schon weil mich das zu sehr unter Druck setzt und dann macht es mir erst recht kei­nen Spaß mehr), aber zumin­dest ein­mal die Woche möch­te ich zurück­bli­cken auf das, was schön war. Schlech­te Nach­rich­ten gibt es schon genug und wenn ihr Freu­de dar­an habt, dass ich mich freu­en konn­te, dann ist schon viel gewon­nen.
Was den Titel die­ser Blog­ein­trä­ge angeht, wer­de ich mich scham­los bei Frau Grö­ner bedie­nen, denn sie sagt, wie es ist: „Was schön war“. Begin­nen will ich mit der letz­ten Woche – in einem eige­nen Blog­bei­trag. Ich bin gespannt.

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