Gedöns
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Über das Schreiben von Tagebüchern (oder so)

wsw16_vorab

Ich bin kein Tagebuchblogger. Ich war es nie und werde es wohl auch nie sein. Es macht mir keine Freude, jeden Abend noch einmal den abgelaufenen Tag zu rekapitulieren und noch weniger denke ich, dass es jemanden interessieren könnte, was mir so widerfahren ist. Abgesehen davon empfinde ich vieles als zu privat, um es zu veröffentlichen.

Andererseits habe ich vor geraumer Zeit mal das Experiment gemacht, mir jeden Abend Zeit für eine DIN-A5-Seite zu nehmen, auf der ich niederschrieb, was denn gut war an diesem Tag. Selbst wenn alles scheiße war, wollte ich nur aufschreiben, was mir einen Glückmoment an diesem Scheißtag beschert hatte. Nicht ohne Grund nannte ich dieses Experiment „100 days of happiness“ und ich zog es bis zum Ende durch.

Wenn ich aber eines in diesen 100 Tagen am eigenen Leib gemerkt habe, dann dass es – auch wenn es nicht immer Freude war – mir einen Moment der Ruhe verschaffte und mich kurz innehalten ließ und mir genaugenommen ein bisschen mehr Bewusstheit für den Tag gab. Dass ich mir ganz nebenbei eine neue Routine schuf, die mir am Ende nicht einmal mehr störend auffiel: geschenkt. Warum ich das gerade aufschreibe?

Wenn ich über das ganze Prozedere schreibe, dann hat das auch einen Anlass. Ich will es wieder tun. Ich will mir wieder einen kleine, rekapitulierende Routine schaffen, die mir etwas mehr Ruhe am Tagesende geben kann. Ich will nicht jeden Tag darüber bloggen (schon weil mich das zu sehr unter Druck setzt und dann macht es mir erst recht keinen Spaß mehr), aber zumindest einmal die Woche möchte ich zurückblicken auf das, was schön war. Schlechte Nachrichten gibt es schon genug und wenn ihr Freude daran habt, dass ich mich freuen konnte, dann ist schon viel gewonnen.
Was den Titel dieser Blogeinträge angeht, werde ich mich schamlos bei Frau Gröner bedienen, denn sie sagt, wie es ist: „Was schön war“. Beginnen will ich mit der letzten Woche – in einem eigenen Blogbeitrag. Ich bin gespannt.

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