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12 magische Mottos: Schilder & Schriften

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Auch wenn ich im letzten Jahr zu allen größeren Touren meine Kamera mitnahm und auch immer mit ein paar Fotos zurückkehrte, war mir das im Grund genommen nicht genug. Gerne wollte ich mehr mit meiner Kamera machen (sie war schließlich teuer genug) und zudem meine ohnehin schon nicht herausragenden Photoshop-Skills nicht ganz verkümmern lassen, hatte aber erst einmal keinen konzeptionellen Einfall, der mir Motivation genug war, um mit der Kamera um die Häuser zu ziehen. Insofern kam mir Paleicas „12 magische Mottos“ gerade recht als Anlass für ein paar Fotostreifzüge. Ob ich nun, Ende Januar, ein Konzept habe, weiß ich noch nicht, zumal die Grundideen, jeden Monat anlässlich des Mottos neue Bilder zu machen, womöglich ein wenig mit meinem Konzept bzw. dessen Umsetzung kollidiert, aber das werden wir sehen.

Das erste Motto jedenfalls lautete „Schilder & Schriften“. Nach ein paar gedanklichen Fehlzündungen war mir klar, dass es nur einen Ort geben konnte, der dafür der richtige sein konnte. Als jemand, der einen großen Teil seiner schönen Erinnerungen mit dem Leben auf dem Land verbinden kann, konnte mich die Stadt trotz ihrer Vielzahl an Schildern und Schriften nicht wirklich locken; weder Wuppertal noch Düsseldorf, Herne oder Köln gaben mir kleinen Stoß, den ich brauchte, um ihnen ein Foto abzutrotzen. Anders war es mit Lohnsfeld.

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Lohnsfeld – das Dorf, in dem mein Vater und seine Geschwister aufwuchsen. Nahe Sembach und der Ramstein Air Base gelegen, leben hier weniger als 1.000 Menschen in einem Dorf an der Kaiserstraße und einem Ableger des Jakobswegs. Einige von Ihnen sind Angehörige und Nachfahren US-amerikanischer Soldaten, aber die Mehrzahl sind wohl die Nachkommen derer, die hier zuerst siedelten und das Land urbar machten und nutzten, Vieh hielten und Getreide ernteten. Inzwischen gibt einen Dorfplatz, eine Bäckerei, eine Metzgerei, eine Sparkasse und zwei Kirchen. Ein bisschen Handwerk hat es und auch eine Pizzeria, aber schon für den täglichen Bedarf fahren die Leute zum Einkaufen in den Nachbarort. Kaum noch jemand ist Landwirt und noch weniger können sich das im Haupterwerb leisten.
Als mein Vater Kind war, hatten meine Großeltern noch Felder und Vieh. Als ich Kind war, gab es nur noch ein paar Schweine und mein Großvater fuhr zum Vergnügen meiner Schwester und mir ab und an noch mit dem Traktor durch die Flur, aber bewirtet wurde das Land nicht mehr. Vieles hat sich seither verändert und so ist das Motiv, an dem ich mehr oder weniger achtlos vorbei radelte, fast schon eine Allegorie für den Wandel der letzten fünfzig Jahre.

Sicherlich ist es nicht mehr das Ferienidyll, als das Lohnsfeld in meiner Erinnerung und auch in Fotoalben bleiben wird, aber dieses kleine in Blickweite des Donnersbergs liegende Dorf ist Heimat für mich, eine Heimat. Es ist einer der Orte, an die ich immer wieder gerne zurückkehre, egal wie sehr sie sich verändert haben.

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