Gedöns
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Chaoswichteln oder Wie ich im Kreis hüpfte und mich freute

4830130673_0c470fe60a_o - Daniel Rüd - CC-BY - flickr

Es hätte so ein ruhiges Jahresende werden können, doch als ich Anfang November sah, dass Mareike zum Chaoswichteln aufrief, da ahnte ich schon, dass alles anders werden würde. Ich hatte zuvor schon ein paar Mal an Wichtelaktionen teilgenommen. Die meisten waren schön, eine gehörte zur Kategorie „Schrottwichteln“ und bescherte mir Postkarten, die ich selbst für einen Kunden gedruckt hatte. Über das Internet organisiert war dabei nur ein Wichteln und das führte mich, abenteuersinnig wie ich bin, mit der Bahn durch die Pampa in eins der beschaulicheren Veedel Kölns. Das alles lag aber schon weit zurück, als ich ebenjenen Aufruf sah und spontan dachte: Da machst du mit!

Gesagt, getan. Wie von Mareike gewünscht, schrieb ich ihr eine E-Mail mit Kontaktdaten und Vorlieben und Abneigungen und harrte der Dinge. Da die Liste der Teilnehmer_innen täflich wuchs, stöberte ich immer mal wieder, so angegeben, durch die so neu entdeckten Blogs, ehe ich Mitte November DIE Mail bekam. Mareike teilte mir ein Wichtelopfer zu und ich schlug die Hände über dem Kopf zusammen, denn ich hatte absolut keine Idee.
Meine sehr geringe Erfahrung sagte: Es gibt Wichtelpaten, da weißt du sofort, was du machen willst – und es gibt welche, da ist dein Kopf ein – wenngleich recht nett aussehender – Hohlkörper, der verhindert, dass es in deinen Hals hineinregnet. In diesem Fall war ich einfach nur froh, dass es nicht regnete. Ja, mein Wichtelopfer hat ein Blog, es ist bei Twitter und Instagram und doch hatte ich keine Idee. Doch ich hatte einfach nur nicht tief genug gegraben. Ich ließ das Chaoswichteln ein wenig sacken, ich stöberte ab und an ein wenig im Blog, und plötzlich hatte ich eine Idee (oder zumindest den Ansatz einer Idee). Das war zwar nicht viel, aber es war ein Samenkorn, aus dem etwas wachsen konnte, und das tat es dann auch. Auch wenn die Budgetgrenze von sieben Euro eine Herausforderung darstellte, fand ich letztlich etwas, von dem ich denke, dass es eine nette Überraschung ist. Dass das Porto deutlich teurer als der Paketinhalt wurde … well. Der der ganze Handlingaufwand plötzlich anfing zu wuchern: geschenkt.

In der Zwischenzeit fand ich einen Zettel von UPS im Briefkasten, der mir mitteilte, dass ich ein Paket erwarten würde. Aha? Dank neuester Trackingtechnologien konnte ich die Zustellung auf einen mir besser passenden Tag verschieben und erfuhr zugleich, woher das Paket kommen sollte – aus Prag. Prag?
Ganz ehrlich: Das akribische Durchforsten der Teilnehmer_innen half mir nicht weiter. Dass das Paket lediglich 100 Gramm wiegen sollte, war ebenso nützlich. Mir blieb nicht übrig als abzuwarten – und dann kam UPS nicht. Ich hatte den ganzen Tag umgeplant, ich aß kaum und trank noch weniger, bloß um nicht im entscheidenen Moment auf dem Thron zu hocken und den Paketboten zu verpassen, und dann kam er erst um kurz vor sechs abends. Oh, well. Zum Glück war kein „Bitte erst am 24.12. öffnen“-Aufkleber auf dem … Paket. Paket? Nö, es war lediglich ein stabilerer, etwa 10 mal 15 Zentimeter großer brauner Umschlag. Da inzwischen auch mein Paket auf dem Weg war, hatte ich absolut keine Bedenken mehr und riss den Umschlag auf – und war geflasht, aber sowas von dermaßen. Die nächsten fünf Minuten hüpfte ich nur noch im Kreis herum und juchzte „Wie geil! Wie geil! Wie geil!“ (Was man halt so tut, wenn man einen Wunsch erfüllt bekommt, der einem nicht bekannt war, von dem man aber im Moment der Erfüllung merkt, wie stark er eigentlich war.)

Was hatte ich bekommen? Eine Karte, genauer: eine Klappkarte und einen weißen Umschlag, verpackt in einer transparenten Hülle mit einem angebissenen Apfel. Diese Karte aber war ein Unikat, denn sie zierte eine Illustration und die war einfach so perfekt, dass ich nicht anders reagieren konnte als ich es getan hatte. Wow! (Die Tantensupporttante meint zwar, der Typ sähe voll nicht nach mir aus, aber da hat sie einfach mal absolut keine Ahnung. Ich meine: die Augenbrauen!!!einsELF! Hallo?!)

Das bin ich. Offensichtlich.

Das bin ich. Offensichtlich.

Daher kann ich mich echt nur bei Mareike bedanken, dass sie dieses Chaoswichteln organisiert hat – und vor allem bei Michael, der mir dieses grandiose Wichtelgeschenk gemacht hat. Ja, es ist kein Bier – und da du in der Nähe wohnst, werde ich dir beizeiten mal ein bisschen Craftbier aus der Region (ja, das mit Prag war eine ganz schön fiese Finte, die ich dir hoch anrechne) zukommen lassen – aber das macht nix, denn es ist besser als jedes Bier auf der Welt. Ehrlich!

Foto: Daniel Rüd – CC-BY-NC – flickr.com

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4 Kommentare

  1. Oh, das ist aber wirklich cool :) Da ich dich auch schon in rL getroffen habe kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass man dich gut erkennt ^^
    Freut mich, dass du dich freust!

  2. Pingback: Das traditionelle Chaoswichteln 2015 | Chaosmacherin

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