Gedöns
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Chaoswichteln oder Wie ich im Kreis hüpfte und mich freute

Es hät­te so ein ruhi­ges Jah­res­en­de wer­den kön­nen, doch als ich Anfang Novem­ber sah, dass Marei­ke zum Cha­os­wich­teln auf­rief, da ahn­te ich schon, dass alles anders wer­den wür­de. Ich hat­te zuvor schon ein paar Mal an Wich­tel­ak­tio­nen teil­ge­nom­men. Die meis­ten waren schön, eine gehör­te zur Kate­go­rie „Schrott­wich­teln“ und bescher­te mir Post­kar­ten, die ich selbst für einen Kun­den gedruckt hat­te. Über das Inter­net orga­ni­siert war dabei nur ein Wich­teln und das führ­te mich, aben­teu­er­sin­nig wie ich bin, mit der Bahn durch die Pam­pa in eins der beschau­li­che­ren Vee­del Kölns. Das alles lag aber schon weit zurück, als ich eben­je­nen Auf­ruf sah und spon­tan dach­te: Da machst du mit!

Gesagt, getan. Wie von Marei­ke gewünscht, schrieb ich ihr eine E-Mail mit Kon­takt­da­ten und Vor­lie­ben und Abnei­gun­gen und harr­te der Din­ge. Da die Lis­te der Teilnehmer_innen täf­lich wuchs, stö­ber­te ich immer mal wie­der, so ange­ge­ben, durch die so neu ent­deck­ten Blogs, ehe ich Mit­te Novem­ber DIE Mail bekam. Marei­ke teil­te mir ein Wich­te­lop­fer zu und ich schlug die Hän­de über dem Kopf zusam­men, denn ich hat­te abso­lut kei­ne Idee.
Mei­ne sehr gerin­ge Erfah­rung sag­te: Es gibt Wich­tel­pa­ten, da weißt du sofort, was du machen willst – und es gibt wel­che, da ist dein Kopf ein – wenn­gleich recht nett aus­se­hen­der – Hohl­kör­per, der ver­hin­dert, dass es in dei­nen Hals hin­ein­reg­net. In die­sem Fall war ich ein­fach nur froh, dass es nicht reg­ne­te. Ja, mein Wich­te­lop­fer hat ein Blog, es ist bei Twit­ter und Insta­gram und doch hat­te ich kei­ne Idee. Doch ich hat­te ein­fach nur nicht tief genug gegra­ben. Ich ließ das Cha­os­wich­teln ein wenig sacken, ich stö­ber­te ab und an ein wenig im Blog, und plötz­lich hat­te ich eine Idee (oder zumin­dest den Ansatz einer Idee). Das war zwar nicht viel, aber es war ein Samen­korn, aus dem etwas wach­sen konn­te, und das tat es dann auch. Auch wenn die Bud­get­gren­ze von sie­ben Euro eine Her­aus­for­de­rung dar­stell­te, fand ich letzt­lich etwas, von dem ich den­ke, dass es eine net­te Über­ra­schung ist. Dass das Por­to deut­lich teu­rer als der Paket­in­halt wur­de … well. Der der gan­ze Hand­ling­auf­wand plötz­lich anfing zu wuchern: geschenkt.

In der Zwi­schen­zeit fand ich einen Zet­tel von UPS im Brief­kas­ten, der mir mit­teil­te, dass ich ein Paket erwar­ten wür­de. Aha? Dank neu­es­ter Tracking­tech­no­lo­gi­en konn­te ich die Zustel­lung auf einen mir bes­ser pas­sen­den Tag ver­schie­ben und erfuhr zugleich, woher das Paket kom­men soll­te – aus Prag. Prag?
Ganz ehr­lich: Das akri­bi­sche Durch­fors­ten der Teilnehmer_innen half mir nicht wei­ter. Dass das Paket ledig­lich 100 Gramm wie­gen soll­te, war eben­so nütz­lich. Mir blieb nicht übrig als abzu­war­ten – und dann kam UPS nicht. Ich hat­te den gan­zen Tag umge­plant, ich aß kaum und trank noch weni­ger, bloß um nicht im ent­schei­de­nen Moment auf dem Thron zu hocken und den Paket­bo­ten zu ver­pas­sen, und dann kam er erst um kurz vor sechs abends. Oh, well. Zum Glück war kein „Bit­te erst am 24.12. öffnen“-Aufkleber auf dem … Paket. Paket? Nö, es war ledig­lich ein sta­bi­le­rer, etwa 10 mal 15 Zen­ti­me­ter gro­ßer brau­ner Umschlag. Da inzwi­schen auch mein Paket auf dem Weg war, hat­te ich abso­lut kei­ne Beden­ken mehr und riss den Umschlag auf – und war geflasht, aber sowas von der­ma­ßen. Die nächs­ten fünf Minu­ten hüpf­te ich nur noch im Kreis her­um und juchz­te „Wie geil! Wie geil! Wie geil!“ (Was man halt so tut, wenn man einen Wunsch erfüllt bekommt, der einem nicht bekannt war, von dem man aber im Moment der Erfül­lung merkt, wie stark er eigent­lich war.)

Was hat­te ich bekom­men? Eine Kar­te, genau­er: eine Klapp­kar­te und einen wei­ßen Umschlag, ver­packt in einer trans­pa­ren­ten Hül­le mit einem ange­bis­se­nen Apfel. Die­se Kar­te aber war ein Uni­kat, denn sie zier­te eine Illus­tra­ti­on und die war ein­fach so per­fekt, dass ich nicht anders reagie­ren konn­te als ich es getan hat­te. Wow! (Die Tan­ten­sup­port­tan­te meint zwar, der Typ sähe voll nicht nach mir aus, aber da hat sie ein­fach mal abso­lut kei­ne Ahnung. Ich mei­ne: die Augenbrauen!!!einsELF! Hal­lo?!)

Das bin ich. Offensichtlich.

Das bin ich. Offen­sicht­lich.

Daher kann ich mich echt nur bei Marei­ke bedan­ken, dass sie die­ses Cha­os­wich­teln orga­ni­siert hat – und vor allem bei Micha­el, der mir die­ses gran­dio­se Wich­tel­ge­schenk gemacht hat. Ja, es ist kein Bier – und da du in der Nähe wohnst, wer­de ich dir bei­zei­ten mal ein biss­chen Craft­bier aus der Regi­on (ja, das mit Prag war eine ganz schön fie­se Fin­te, die ich dir hoch anrech­ne) zukom­men las­sen – aber das macht nix, denn es ist bes­ser als jedes Bier auf der Welt. Ehr­lich!

Foto: Dani­el RüdCC-BY-NC – flickr.com

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4 Kommentare

  1. Oh, das ist aber wirk­lich cool :) Da ich dich auch schon in rL getrof­fen habe kann ich mit Fug und Recht behaup­ten, dass man dich gut erkennt ^^
    Freut mich, dass du dich freust!

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