Gedöns, Gestaltung
Schreibe einen Kommentar

#BlogRelaunch

5945976310_eb1ff32638_o---ednl---cc-by---flickr

Nach fast genau fünf Jahren hendrykschaefer.de und knapp drei Jahren mit Uhso als Theme (auf Grundlage von Baylys von elmastudio.de) habe ich meinem Blog mal wieder ein paar neue Klamotten gegönnt und – wo ich schon mal dabei war – ein wenig aufgeräumt. Das heißt aber nicht, dass ich irgendwelche Inhalte gelöscht hätte; das Gegenteil ist der Fall. Jetzt gibt es mehr Bilder, größere Bilder und viel mehr Weißraum. Nur die Farbe habe ich ein wenig reduziert und das zwar schöne, aber irgendwie unpassende Logo rausgeschmissen. Ich bin doch nicht die Katzenberger!

Warum der #BlogRelaunch?

Warum nicht? Scherz beiseite. Mein Blog war in der letzten Zeit sehr still. Abgesehen davon war es für mich gefühlt zu einem Gemischtwarenladen verkommen. Das wollte ich nicht mehr ertragen. Um zu wissen, wohin die Reise gehen soll, habe ich mir deswegen ein paar Fragen gestellt, in der Hoffnung, damit einer Perspektive für mein Blog näher zu kommen.

Meine erste Frage war: Wer bin ich eigentlich?

Mein Name ist Hendryk, ich bin 27, Mediengestalter von Beruf und Pendler mit Bahn und Rad. Ich bin ein politisch denkender Mensch, der daran glaubt, dass der eigene Vorteil nicht alles ist, was zählen sollte.

Meine zweite Frage war: Was kann ich eigentlich?

Ich kann Dinge gestalten, vor allem, wenn sie aus Papier sind. Ich kann Fahrrad fahren, lange und weit. Ich kann sachlich argumentieren und diskutieren. An meiner Gelassenheit und Zuversicht und Geduld haben sich schon manche die Zähne ausgebissen.

Meine dritte Frage war: Was mag ich eigentlich?

Ich mag Kaffee. Und Tee. Ich mag meinen Job, Dinge mehr als einfach nur schön, sondern auch gut zu machen. Ich mag es mit der Bahn zu fahren, egal was auch passiert. Ich mag Fahrräder und Fahrradtouren und Urlaub auch. Wer mag Urlaub eigentlich nicht? Ich mag es, neue (oder auch alte) Ideen zu diskutieren, weiterzuspinnen und Pläne zu entwickeln und umzusetzen. Ich mag das Abenteuer.

Meine vierte Frage war: Was will ich eigentlich?

Was ich will? Bloggen natürlich. Was nützen mir all die tollen Erfahrungen und Erlebnisse, wenn ich sie nicht teilen kann? Klar kann ich mich an ihnen erfreuen, aber warum sollen nicht auch andere daran teilhaben können. Wenn ich schon von aufregenden Reisen erzähle und Fotos zeige – warum nicht auch hier? Wenn ich tolle Bücher nicht nur lesen, sondern selbst gestalten darf – warum soll soll ich nicht davon erzählen?
(Und abgesehen davon will ich mir auch wieder mehr bewusst machen, was ich alles erlebe – und dafür will ich es dokumentieren.)

Mit dem Wissen konnte ich mein Blog ein wenig aufräumen und neue Kategorien schaffen.

Wie sieht der #BlogRelaunch aus?

So sieht das neue Theme aus.

So sieht das neue Theme aus.

Die offensichtlichste Veränderung ist ein neues Design. Ich gebe zu, es ist noch nicht ganz fertig, aber bevor ich es totoptimierte, wollte ich es überhaupt erst einmal am laufen und im Einsatz wissen. In der nächsten Zeit wird es noch hier und da ein paar Verbesserungen geben, aber das Gros der Arbeit ist geschafft.
Im nächsten Schritt fiel das alte Logo weg. Ich mag es zwar immer noch, aber es passt nicht zu mir. Es war eine Gestaltungsaufgabe aus der Berufsschule, auf die ich aufgrund der Schwierigkeit ziemlich stolz war, da mir eine ansprechende Lösung gelungen war, aber das war letztlich doch nicht ich. Abgesehen davon bin ich gegen Katzenhaar allergisch. Stattdessen prangt da oben links jetzt mein Name in meiner Handschrift, die mir sehr gefällt (wenn ich sie mal lesen kann). Das bin hundertprozentig ich, und selbst die Farbe entspricht fast der Tinte in meinem Füller.
Als weitere wesentliche Veränderung habe ich mir – und damit euch – größere Bilder gegönnt. Fotos sind so ein tolles Medium, das so viel transportieren kann, wofür ich mir erst einen Wolf schreiben müsste, da sollten sie auch die Aufmerksamkeit bekommen können, die ihnen zustehen sollte – und das sind mehr als die 150 mal 150 Pixel, die ein Artikelbild vorher hatte.
Nicht zuletzt gab es einen Satz neuer Schriften. Nichts gegen die Gandhi Sans und die Gandhi Serif, die ich bisher im Einsatz hatte, aber nach meinem Empfinden hatten sie sich abgenutzt und passten nicht mehr. Außerdem passten sie in ihrer Kombination (serifenlos im Fließtext, mit Serifen in der Überschrift) nicht mehr zu meinem erzählerischeren Ansatz. Sie wirkten mir beiden zu kühl in ihrer Anmutung. Gut, ein Blog, das primär weiß, türkis und schwarz nutzt, würde ich jetzt auch nicht unbedingt als warm bezeichnen, aber diesen leichten Touch Herzlichkeit, der da fehlte, den bringt jetzt die Schrift ins Spiel. (So gesehen bin auch das wieder ich.) FÜr diesen Zweck passend erwies sich letztlich nur eine Schriftsippe: die „Freight“-Familie von Josh Darden. Ihre Serifen-Variante „Freight Text“ erinnert einerseits an frühe Zeiten der Schriftentwicklung, ist aber gleichzeitig hinreichend auf gute Leserlichkeit in kleinen Größen getrimmt, dass sie mir auch in großen Größen als angenehm robust gefällt. Die „Freight Sans“ trägt genau dieses Gefühl in die serifenlose Welt und wirkt damit erstaunlicherweise ziemlich jung.

Danach galt es, eine passende Struktur zu schaffen, die auch die Inhalte abbilden kann, die mir wichtig sind. Deshalb gibt es neue Kategorien, die zum Glück hinreichend flexibel sind, dass ich immer noch vieles schreiben kann. Dass es „Gestaltung“, „Fietsen“, „Gesellschaft“ und „Gedöns“ wurden, hat dabei seine guten Gründe.
Gestaltung ist mehr als nur die reine Umsetzung von Designskizzen, denn sie erfasst – nach meinem Verständnis – auch den Prozess der Ideenfindung, also das finden des passenden Produkts zum Kunden und zur Zielgruppe. Fietsen sind einerseits Fahrräder, ist aber andererseits auch die Tätigkeit des Fahrradfahrens. Da das Fahrrad mein Hauptreisemittel ist, steht das Fietsen hier stellvetretend für alles rund ums Rad, aber auch für Reise- und Ausflugsbericht – denn gleichwohl ich zur Arbeit mehr Kilometer mit der Bahn zurücklege, liegt mir mehr am Rad.
Gesellschaft steht für die Dinge, die uns alle betreffen (mehr oder weniger), für Dinge, die mich in einen Kontext mit anderen bringen – also letztlich für alles. Selbst Gestaltung betrifft die Gesellschaft, aber in dieser Rubrik soll es mir mehr um gesellschaftliche Beobachtungen und Veränderungen gehen.
Gedöns ist das, was bleibt. In erster Linien sind es aber persönliche Beobachtungen, in zweiter Linie ist es das, was anderswo nicht passt, ich aber dennoch nicht ungesagt wissen möchte.

Mit dem Gesamtergebnis bin ich ziemlich zufrieden, gleichwohl noch nicht alles perfekt ist. Aber immerhin kann es jetzt wieder weitergehen. Immerhin kann ich jetzt wieder weitermachen. Die Motivation, die so ein Relaunch mit sich bringt, kann wahre Wunder wirken.

Wie gefällt es euch?

Foto: ednl – CC-BY – flickr.com

Teilt meinen Text
Tweet about this on TwitterShare on FacebookShare on Google+Share on TumblrEmail this to someone

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *