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#bakingforhope – mein Rückblick auf die #IceBucketChallenge

#baking­forhope at Cri­ti­cal Mass Düs­sel­dorf #cmdorf – Foto: chr1stophg (Instagram)

Rund ein Jahr ist es inzwischen her, dass die Ice Bucket Challenge die Runde machte. Irgendwann nicht allzu lang danach wurde auch ich nominiert, mir einen Kübel mit Eiswasser über den Kopf zu gießen. Ziemlich genau vor 11 Monaten stellte ich mich auf meine Weise der Herausforderung – und putzte den Flur. Anstatt mir mein Mütchen zu kühlen, buk ich in den folgenden Monaten den einen oder anderen Bienenstich, absurderweise immer nach einem anderen Rezept, teilweise vegan, teilweise nicht, immer aber sehr lecker. Damit tingelte ich dann von Critical Mass zu Critical Mass, nach Köln und Düsseldorf, aber auch die Wuppertaler CM bekam ihren Bienenstich ab, bis ich nur noch „der mit dem Bienenstich“ war. Und wie war es?

Am Anfang war es seltsam. Zum einen ist das Backen von Bienenstich eine doch recht große Sauerei. Zum anderen bin niemand, der mal eben so ganz einfach den ersten Schritt auf andere Menschen zugeht. Als Wahlkämpfer bin ich denkbar ungeeignet für den Einsatz an Ständen in der Innenstadt, was aber nichts daran änderte, dass in Köln nun mal nicht die Menschen wie von einem Magneten gezogen auf mich und das Blech mit dem Bienenstich zu kamen. Ich musste mich selbst an die Leute heranwanzen und wider Erwarten klappte das doch recht gut. Es klappte sogar so gut, dass ich am Ende der Critical Mass keinen Bienenstich mehr auf dem Blech, aber dafür 21,23 € in der Sammelbüchse hatte. Daraus machte ich dann wie angekündigt 30 Euro. Den Heimweg bewältigte ich spontan auf dem Rad statt in der Bahn und lernte dadurch den Talradler kennen. Besser konnte es am Anfang gar nicht laufen.

Einen Monat später ging es nach Düsseldorf zur Critical Mass, wo wieder ein Blech Bienenstich die Runde machte. Auch hier gab es ein paar interessante Gespräche und ein wenig Geld (14,97 €) für die Erforschung und Heilung von ALS und die Beratung und Aufklärung über ALS und HIV und AIDS. Zurück nach Wuppertal fuhr ich mit Julian und Oliver quer durch die Pampa. Ob ich den Weg jetzt noch wieder fände? Ich weiß es nicht, aber schön war es.

Der Oktober brachte meine erste Teilnahme an der Critical Mass Wuppertal und somit auch die erste Teilnahme an einer Critical Mass in der Stadt, in der ich gerade lebte. Abgesehen davon traf ich dort zum ersten Mal Marcel und die Wuppertaler Radlerinnen und Radler zeigten sich von ihrer besten, weil spendabelsten Seite: 30,10 €. Dazu hatte ich zum ersten Mal veganen Bienenstich gebacken, der auch meinen hohen Ansprüchen genügte.

Nachdem ich im November aussetzen musste, gab es im Dezember dann etwas anderes als Bienenstich, immerhin begab es sich zu der Zeit, da ein Geburt vom Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt mit Plätzchen gemästet werde. Oder so. Plätzchen waren also das Gebot der Stunde und es war ein gutes Gebot, mit dem die Wuppertaler CM alle meine Erwartungen übertraf: 34,83 €. Wow!

Zahltag

Am Ende standen somit 130 Euro für einen guten Zweck. 65 Euro überwies ich wie versprochen an die Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke unter der Auflage, dass sie nicht in die mit Tierversuchen durchgeführte Forschung investiert werden, die anderen 65 Euro gingen an die Deutsche AIDS-Hilfe.

Für die Summe möchte ich mich bei allen bedanken, die daran mitgewirkt haben, indem sie mich um Bienenstich und Plätzchen erleichtert haben, denn genau genommen habe ich mich ja nicht an die Vorgaben gehalten, die da lauteten: entweder Eiswasser oder 100 Euro, weil die Summe über meinen Möglichkeiten lag. Abgesehen davon wollte ich aber auch mehr bewirken, und meine Erfahrung lehrte mich, dass es so genau richtig war. Ich wollte länger über das Thema ALS sprechen, und schon im Oktober fand ich die ersten Leute, die schon gar nicht mehr wussten, was ALS ist – oder nie mitbekommen hatten, worum es bei der Ice Bucket Challenge eigentlich ging. So konnte ich die Thematik zumindest bis zum Jahresende wachhalten.
Dass ich #BakingForHope zeitlich begrenzte, hatte seine Vor- und seine Nachteile. Einerseits gab es mir einen Fixpunkt als Ziel, der meine Motivation hoch hielt, andererseits ist es natürlich nicht damit getan, dass ich einmal für ein gutes Vierteljahr auf eigene Faust ein wenig Geld sammelte, um es anderen zu vermachen. Dass ich zudem Kuchen als Köder hatte, machte es mir wahrscheinlich leichter als denen, die für das gleiche Ziel tagein und tagaus in den Fußgängerzonen stehen, an die zudem sicherlich höhere Ansprüche gestellt werden, was die Fachkenntnis betrifft. Ich ziehe meinen Hut vor allen, die tagtägliche im Streit gegen die Ignoranz und falsche Prioritäten zu Felde ziehen.

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