Gedöns
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Mach, was du liebst, und werde glücklich damit. #BTK14

„Wenn du nichts erwar­test, kannst du nur schwer­lich ent­täuscht wer­den.“
Stell­te ich mei­nen Bericht vom Blog­ger­tref­fen 2014 unter die­ses Mot­to, es gäbe direkt eine nega­ti­ve Grund­stim­mung, die die­sem Ereg­nis nicht ein­mal im Ansatz gerecht wür­de. Doch um das zu erklä­ren, muss ich ein wenig aus­ho­len. Geht also bes­ser in Deckung.

Es begab sich also zu der Zeit, da ein Gebot vom Kai­ser Augus­tus aus­ging, dass alle Welt ver­blog­get wer­de. Anders gesagt: Als Jan Mit­te Febru­ar davon twit­ter­te, sich beim Blog­ger­tref­fen ange­mel­det zu haben, da wuss­te ich von nichts, war aber neu­gie­rig gewor­den. Ich las mich kurz ein und nur fünf­zehn Minu­ten spä­ter war auch mei­ne Anmel­dung auf dem Weg. Ich men­sche­scheu­es Gesin­del hat­te beschlos­sen, am 30. August nach Köln zu fah­ren, um dort mit poten­zi­ell bis zu 250 Men­schen in mut­maß­lich unge­zwun­ge­ner Atmo­sphä­re über das Blog­gen zu spre­chen, und für mich stand fest: Du reist da mit dem Fahr­rad an. Es konn­te ja nie­mand ahnen, was das für Fol­gen haben wür­de.

Das Jahr zog dahin. Ich brach mir einen Zeh und fuhr den­noch nach Ber­lin, um einen Preis zu gewin­nen. Ich zog nach Wup­per­tal und kämpf­te wochen­lang mit der Spü­le. Ich arbei­te­te zu viel und schlief zu wenig, und plötz­lich war August; ein Monat, so aus­ge­bucht wie schon lan­ge kein Monat mehr in mei­nem Leben, in dem ich nicht gera­de umzog.
Fas schon sym­bo­lisch war es, dass ich nach mei­nem von der Ice Bucket Chal­len­ge beein­fluss­ten Teil­nah­me an der Cri­ti­cal Mass Köln ganz spon­tan mit dem Tal­rad­ler Chris­toph Gro­the, den ich zufäl­lig aus­ge­rech­net dort zum ers­ten Mal traf, über die Bal­kan­tras­se zurück nach Wup­per­tal fuhr anstatt wie geplant die Bahn zu neh­men. Doch das wur­den dann 67 sehr ange­neh­me Kilo­me­ter auf einer durch die ber­gi­sche Nacht – wenn man vom Höhen­pro­fil der Stre­cke ein­mal absieht.

Mit ordent­lich Kilo­me­tern in den Kno­chen wur­de ich am Sams­tag war; spä­ter als geplant, aber immer noch recht­zei­tig, um nicht der Letz­te zu sein. Die­ses Mal woll­te ich nicht über die Bal­kan­tras­se fah­ren, die­ses Mal ging es über Ban­de am Rhein ent­lang nach Köln und das auch völ­lig pro­blem­los. Aber muss Wup­per­tal wirk­lich zwin­gend in einem Tal lie­gen? (Ich hät­te ein­fach der Wup­per fol­gen sol­len, die fließt schließ­lich bei Lever­ku­sen in den Rhein.)

Kaum beim Blog­ger­tref­fen ange­kom­men, mach­te ich das, was ich schon immer am bes­ten konn­te: Ich stand erst ein­mal ein wenig wie bestellt und nicht abge­holt her­um, bevor ich mich ein­fach irgend­wo dazu setz­te und mich dann auf das Büf­fet stürz­te. Wie es sich gehör­te, kam nach dem Fres­sen die Moral: Bah, zu vie­le Men­schen, wäh. Es geht doch nichts über ein paar Minu­ten allein auf einer Mau­er, ein wenig abseits vom Tru­bel. Erst danach konn­te ich mich wie­der ins Getüm­mel stür­zen. Und was soll ich sagen? Toll wars!

Wen ich alles traf

Weil ich eine grü­ne Fleece­ja­cke trug – ein guter Grund, wie ich fin­de –, kam ich ruck­zuck mit Maria und ihrer schau­spie­lern­den, musi­zie­ren­den Beglei­te­rin Lucre­zia ins Gespräch. Ich unter­hielt mich gut und ger­ne mit Sarah aus Saar­brü­cken, nur lei­der viel zu kurz. Hubert, des­sen URL schon ein Lächeln in mein Gesicht zau­ber­te, spen­dier­te Qorn – also das, was er noch nicht einem noblen Zweck zuge­führt hat­te – und auch Tho­mas war eine der Per­so­nen, für die sich die Anrei­se gelohnt hat­te. Nach Jah­ren der ent­fern­ten Inter­net­be­kannt­schaft traf ich end­lich Neon­trau­ma-Anne in frei­er Wild­bahn und wur­de von ihr spä­ter mit mei­nen „Wer bin ich?“-Zettel auf der Stirn als Ange­la Mer­kel abge­lich­tet. (Das Bild sähe ich ja schon ger­ne ein­mal.) Irgend­wann foto­gra­fier­te Alex mei­ne „Hel­lo, my name is“-Schildchen, aber ohne Kopf, weil es ihm das span­nen­der mach­te.

Nicht zuletzt, aber als einen der Höhe­punk­te des Abends kam ich mit Jan, des­sen Tweet mich ja erst zur Teil­nah­me gebracht hat­te, ins Gespräch. Er ist in echt noch viel sym­pa­thi­scher als er schon auf Twit­ter und in sei­nem Blog den Ein­druck erweckt und defi­ni­tiv eine Rei­se nach Ham­burg wert – als wäre das Ham­burg nicht schon selbst. (Sor­ry, Jan, aber durch die­se kur­ze Lob­hu­de­lei musst du jetzt durch. Dich will ich bei Gele­gen­heit mal wie­der tref­fen – und von dei­nem Irish-Stout-Liquer möch­te ich auch noh ein­mal kos­ten.)
Wo Jan war, war dann auch Sumi nicht weit. Auch wenn wir kaum mit­ein­an­der spra­chen, blieb sie mir nach­hal­tig im Gedächt­nis. Dass ich mit der impo­san­ten Nina noch weni­ger Wor­te wech­sel­te, bereue ich zutiefst.

Mit wem ich aber viel par­lier­te, waren Sté­pha­nie und Dani­el von Hui­tiè­me Art und Iris. Ich hat­te mich an sie ange­hängt, als Iris die bei­den zum Zug brin­gen woll­te, da die bei­den noch irgend­wie zurück nach Bel­gi­en gelan­gen woll­ten, weil ich die Nacht eigent­lich nicht durch­ma­chen woll­te. Unei­gent­lich stell­ten wir aber fest, dass dann doch nichts mehr fuhr, wes­we­gen wir erst Piz­za hol­ten und es uns dann des Nachts am Rhein­ufer mit ihr gemüt­lich mach­ten. Danach lud uns Iris zu sich in ihr Appar­te­ment hoch über der Alt­stadt ein, wo wir dann bis kurz vor Sechs bei einem lecker Täss­chen Kaf­fee auf ihrem Sofa über Gott und die Welt quatsch­ten.
Dani­el, ich hof­fe, mein Blog hat die per­sön­li­che Note, die dir so wich­tig ist beim Blog­gen.

Mei­nen Zug ver­pass­te ich, nicht zum ers­ten, aber zum letz­ten Mal in die­ser Nacht, und da ich eh eine Fahr­rad­kar­te brauch­te, nahm ich dann die Spe­cial Edi­ti­on vom NRW-Tarif und beglei­te­te Sté­pha­nie und Dani­el noch bis nach Aachen, wo ich direk­te­mang in den RE4 umstieg, der mich sicher und mit ver­spann­tem Nacken (ich war halt irgend­wann ein­ge­nickt) in Wup­per­tal ablie­fer­te. Aus mei­ner fixen Idee, noch um 14 Uhr „Rhein­gold“ im Kino zu sehen, wur­de dann nichts. Ich schlief auf dem Sofa ein und wur­de nur zum tat­ort wie­der wach. Als ich das nächs­te Mal die Augen öff­ne­te, war Mon­tag. Und er war toll.

PS: Charles, Coca, ich habe dich nicht ver­ges­sen. Du Nudel bist ja live und in Far­be kei­nen Deut anders als in Bits und Bytes.

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