Monate: September 2014

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Auf der Suche nach dem Wupper-Radweg

Was gibt es Schöneres an einem sonnigen Samstag im September, als eine Wanderung in Wuppertaler Wäldern zu wagen? Man könnte Eis essen oder durchs Luisenviertel bummeln. Man könnte auf der Hardt picknicken oder durch den Zoo flanieren. Ich tat jedoch nichts dergleichen. Wohl wissend, dass es ihn nicht gibt, wollte ich den Wupper-Radweg finden. Ich wollte gen Quelle der Wupper reisen, auch wenn sie dort niemand so kennt – und ein paar nette Fotos schießen wollte ich auch noch. Wenn’s mehr nicht ist. Das konnte ja eigentlich nur in die Hose gehen.

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Vom Verpassen der Jugend

Dass es dreihundert Kilometer Distanz benötigen würde, um zu dieser vermeintlich trivialen Erkenntnis zu kommen, konnte nun wirklich niemand ahnen. Dass es mir ausgerechnet in der Pfalz in einem Weiler am Rande einer Geburtstagsfeier wie Schuppen aus den Haaren fallen sollte, war nun wirklich nicht zu erwarten – aber warum sollte ich mich gegen die Erleuchtung wehren, bloß weil der Zeitpunkte unpassend erscheint? Doch reicht eine Empfindung schon aus, um sie eine Erkenntnis zu nennen, nur weil sie intensiv ist und nicht weichen mag? Oder ist es dennoch lediglich ein sentimentaler Seufzer? Ist es gar bloß ein Wunsch nach ein wenig mehr Normalität (was auch immer das ist)?

STADTRADELN statt Radeln

Offensichtlich ist 2014 das Jahr der spontanen Beschlüsse; jedenfalls ist es das für mich. Erst meldete ich mich zum Bloggertreffen an, dann fuhr ich zum #tworf und nicht zuletzt buk ich Unmengen an Bienenstich im Rahmen meiner Umsetzung der Ice Bucket Challenge. Was aber jetzt seit gestern vorbei ist, zumindest in diesem Jahr, ist das STADTRADELN. Damit enden drei Wochen, in denen ich (bis auf zwei Tage) an jedem Tag Fahrrad gefahren bin – und es dokumentiert habe. Rad fahre ich auch sonst; ich denke sogar, dass diese drei Wochen durchaus repräsentativ waren, aber dokumentiert habe ich mein Radfahrverhalten bislang noch nicht. Was steht also am Ende dieser drei Wochen STADTRADELN?

Mach, was du liebst, und werde glücklich damit. #BTK14

„Wenn du nichts erwartest, kannst du nur schwerlich enttäuscht werden.“ Stellte ich meinen Bericht vom Bloggertreffen 2014 unter dieses Motto, es gäbe direkt eine negative Grundstimmung, die diesem Eregnis nicht einmal im Ansatz gerecht würde. Doch um das zu erklären, muss ich ein wenig ausholen. Geht also besser in Deckung. Es begab sich also zu der Zeit, da ein Gebot vom Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt verblogget werde. Anders gesagt: Als Jan Mitte Februar davon twitterte, sich beim Bloggertreffen angemeldet zu haben, da wusste ich von nichts, war aber neugierig geworden. Ich las mich kurz ein und nur fünfzehn Minuten später war auch meine Anmeldung auf dem Weg. Ich menschescheues Gesindel hatte beschlossen, am 30. August nach Köln zu fahren, um dort mit potenziell bis zu 250 Menschen in mutmaßlich ungezwungener Atmosphäre über das Bloggen zu sprechen, und für mich stand fest: Du reist da mit dem Fahrrad an. Es konnte ja niemand ahnen, was das für Folgen haben würde.

Bike statt Streik

Manchmal kommt das Glück wahrlich unverhofft – und manchmal kündigt es sich an. Gestern war es quasi mit Ansage, obwohl an Glücksgefühle wohl niemand dachte, als die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) morgens ankündigte, sie würde den Güterverkehr bestreiken. Als es dann später hieß, die GDL würde sich nicht nur auf den Güterverkehr beschränken, steig wohl die Laune mancher Zeitgenossinnen und -genossen ins Unermessliche. Als klar wurde, dass es nicht regionale Schwerpunkte geben würde, sondern einen flächendeckenden Streik, da stand das Urteil wohl schon fest: „Die Lokomotivführer“ sind Erpresser und „die Bahn“ ohnehin scheiße. Verständnis hätte ohnehin niemand zu erwarten. Ich hingegen fieberte dem Feierabend immer mehr entgegen. (Aber gut, ich hatte auch keine weiteren Termine und freute mich zudem auf ein paar weitere Kilometer für das Stadtradeln.) So kam ich völlig unbeschadet von Herne bis nach Dortmund und war schon auf dem Weg zu Gleis 20, wo mein RE4 planmäßig hätte fahren sollen, als – ja, als – mir einfiel, dass der ja am Morgen die Umleitung über Witten-Annen genommen hatte, und deswegen wohl auf …