Gedöns
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Drei Superkräfte, die ich gerne hätte

Domi­nic ist schuld, denn er hat geb­loggt. Gut, das macht er öfter – aber äuße­re Umstän­de sind mir manch­mal schö­ne Anstö­ße etwas zu tun, selbst wenn sie the­ma­tisch nichts mit mei­nem Han­deln zu tun haben. In die­sem Fall war mir sein Bei­trag aber eine schö­ne Inspi­ra­ti­on, denn er schreibt von drei Super­kräf­ten, die er ger­ne hät­te, und die­sen Wunsch kann ich nur all­zu gut nach­voll­zie­hen.
Es gab mir jeden­falls genug Ener­gie, um selbst mal wie­der zu blog­gen, denn auch ich hät­te ger­ne drei Super­kräf­te (drei soll­ten fürs Ers­te rei­chen).

Anfangen

Um Domi­nic zu zitie­ren: „Ers­te Schrit­te füh­len sich so schwie­rig an.“ Amen! Ich kann mir so vie­les vor­stel­len und so vie­les durch­den­ken und pla­nen und aus­ma­len, bevor ich mich nur an den ers­ten Schritt raus aus der Gedan­ken­welt wage – und zu oft kre­piert der Wunsch genau an der Stel­le, wo er Wirk­lich­keit wer­den könn­te. Ich traue mich ein­fach nicht. Je kom­ple­xer der Wunsch, des­to gerin­ger sind sei­ne Chan­cen auf Umset­zung bei mir. Wenn es heißt „Wer etwas will, fin­det Wege, wer etwas nicht will, fin­det Aus­re­den.“, dann füh­le ich mich selt­sam ertappt, dabei ist es oft weni­ger ein Nicht­wol­len als viel­mehr ein Gefühl des Nicht­kön­nens, und gera­de wenn es um etwas Unan­ge­neh­mes geht (bestimm­te Tele­fo­na­te, Arzt­be­su­che, Men­schen tref­fen, you name it), dann bin ich ein Meis­ter in der Ent­wick­lung von Ver­mei­dungs­stra­te­gi­en, bevor ich auch nur den Mut fin­de, das Unan­ge­neh­me anzu­ge­hen und zu über­win­den. Wie oft sehe ich eine beklem­men­de Situa­ti­on und scheue mich doch ein­zu­grei­fen, weil ich Angst vor den Kon­se­quen­zen mei­ner Cou­ra­ge habe. Den gan­zen Driss wür­de ich mir ger­ne spa­ren kön­nen, um ein­fach da raus zu gehen und die Din­ge zu machen.

Aufhören

Habe ich mal etwas ange­fan­gen, dann will ich es auch been­den. Dum­mer­wei­se habe ich aber aus mir nicht erklär­li­chen Grün­den einen Ter­ri­er unter mei­nen Vor­fah­ren, denn auch wenn etwas län­ger dau­ert, dann bei­ße ich mich fest und las­se nicht eher los, bis dass ich fer­tig bin. Das führt dann zu Situa­tio­nen, in denen ich das Gefühl bekom­me, dass ich zwin­gend wei­ter­ma­chen muss, wei­ter­wer­keln muss, weil ich sonst nicht fer­tig wer­de. Dass ich theo­re­tisch am nächs­ten Tag auch noch Zeit hät­te oder jemand ande­res sicher­lich Ver­ständ­nis dafür, dass es gute Grün­de für eine spä­te­re Fer­tig­stel­lung gibt, das wider­strebt mir dann. Ich kann ein­fach nicht „Nein“ sagen, ich mache Din­ge ger­ne für ande­re und bin ger­ne hilfs­be­reit. Der­je­ni­ge, der dar­un­ter lei­det, bin aber ich, denn für mich bleibt dann kaum noch Zeit. Ich bin loy­al bis zur Selbst­auf­ga­be und weiß mich zu gut aus­zu­beu­ten. Dabei gehe ich dar­an kaputt.

Weitermachen

Ich habe abso­lut kein Pro­blem damit, mich aufs Rad zu set­zen und Kilo­me­ter abzu­rei­ßen. Auch wenn ich nur aus „Höher, schnel­ler, weiter“-Gründen stolz dar­auf bin, so bin ich mit mei­nem Stahl­ross mit Zelt und Kame­ra und zu viel Klei­dung schon mehr als 100 Kilo­me­ter an einem Tag gefah­ren. (Aber mein Ziel habe ich den­noch nicht erreicht.) Aber gera­de dann, wenn ich schon nicht anfan­gen kann, dann klappt das auch mit dem Auf­hö­ren nicht so gut, jeden­falls nicht recht­zei­tig, son­dern nur viel zu früh. Ich bin ein­fach erschöpft und zweif­le, ob die befürch­te­ten wei­te­ren Mühen es wirk­lich recht­fer­ti­gen. Ganz ehr­lich: Mei­ne Zie­le sind die Aus­dau­er wert, aber ver­such das mal in so einer Situa­ti­on zu sehen.
Wo es vor allem am Wei­ter­ma­chen schei­tert, das ist bei mir selbst. Ich tue mir nicht gut – jeden­falls nicht oft genug.

Die­ser Bei­trag ist mehr als nur Selb­stof­fen­ba­rung und ein wenig Wunsch­den­ken, jeden­falls für mich. Er soll mah­nen und mich erin­nern an das, was sein könn­te. Es gibt genü­gend Tage, an denen ich auf­hö­ren soll­te, von mei­nen Super­kräf­ten zu träu­men und sie zu tat­säch­li­chen Fähig­kei­ten machen soll­te.

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