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Beste Schriftarten 2013 – eine Übersicht

Rund um den Jahreswechsel werden nichts als Listen veröffentlicht: Listen mit erreichten Dingen, Listen mit Vorsätzen für das neue Jahr, Listen voller vergangener Ereignisse, Listen, Listen, Listen – und natürlich Best-of-Listen.

Wirklich interessant sind für mich dabei aber nur wenige Listen. Viele Listen sind zu persönlich, als dass sie mich beträfen, aber wenn jemand beste Schriften kürt, dann sabbert in mir der pawlowsche Hund. Insofern habe ich die letzten Tage und Wochen verstärkt noch ebensolchen Listen Ausschau gehalten und doch leider recht wenig gefunden.

Im Großen und Ganzen lassen sich aber ganz grob zwei Arten von Listen unterscheiden. Zum einen hätten wir da Listen, die einzig und allein nach Verkaufszahlen gehen. Zum anderen gibt es aber noch die Listen, für die sich Menschen hingesetzt haben und nach diversen Kriterien ihre Auswahl zusammengestellt haben.
Für erstere spricht, dass sie abbilden, wie oft welche Schriften erworben wurden. Gegen sie spricht die Unzahl an Sonderangeboten mit teilweise enormen Nachlässen (Linotype gibt zeitweise bis zu 90 Prozent) ebenso wie die völlige Ignoranz von Freefonts.
Für letztere spricht in den meisten Fällen die Fachkenntnis derer, die diese Listen erstellen. Sie können aus dem vollen Repertoire der Neuerscheinungen schöpfen. Gegen sie spricht der persönliche Geschmack, denn er ist alles andere als objektiv, spätestens, wenn es einen fachlichen Gleichstand gibt. Da letztere aber nur allzu oft Freefonts schlichtweg ignorieren, gibt es in dieser Kategorie aber sozusagen als Ergänzung einige Listen, die sich ausschließlich mit Freefonts beschäftigen.

Was sind also die besten Schriftarten des abgelaufenen Jahres?

Was sagen die Verkaufszahlen?

Linotype

Offenbar einzig und allein nach Verkaufszahlen ging Linotype vor. Betrachte ich das Ergebnis dieser Auswertung, so sehe ich sieben bisweilen sehr verschiedene Schriftarten, die aber weder einen Trend abbilden noch sonstwie stilbildend wirken. Zudem kann ich mich noch sehr gut an die eine oder andere Rabattaktion erinnern, die sicherlich dazu beigetragen haben dürfte, dass exakt diese Schriften und nicht andere nun hier stehen.

Linotype: Die beliebtesten Neuerscheinungen von 2013

MyFonts

MyFonts sagt es selbst: Die Verkaufserträge waren entscheidend, nicht die verkauften Kopien. Da das aber zu wohl zu simpel war, griff man korrigierend ein, um Einführungsrabatte nicht über Gebühr Einfluss nehmen zu lassen, und um populäre Genres mit einer breiteren Auswahl vertreten sein zu lassen. Das klingt zunächst einmal gut, ist aber letztlich recht intransparent. Das Ergebnis ist aber eine deutlich breitere Palette an unterschiedlichen Schriftstilen als bei Linotype. Hier kommt der große Vorteil von MyFonts zum Tragen: Selbst kleinste Schriftschmieden können hier selbst veröffentlichen und so den einen oder anderen Hit landen.

MyFonts: Most popular fonts of 2013

Was sagen Fachkenntnis und Geschmack?

Webdesigner Depot

Für Webdesigner Depot, eine der vielseitigeren Seiten rund um Webdesign und Webentwicklung, stellt Melody Weister die monatlichen Gewinner samt den nachfolgenden Plätzen vor, einzig der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht abgeschlossene Dezember bleibt leer. Es gibt also mehr als genug Schriftarten, die eine extrem breite Spannbreite an Stilen abdecken können. Faktisch liegt der Schwerpunkt aber auf Brotschriften: serifenlose und Serifenschriften für den alltäglichen Einsatz im Mengensatz. Schön an dieser Liste: Freefonts und käufliche Schriften stehen gleichberechtigt nebeneinander.

Webdesigner Depot: The best fonts of 2013

Designer Daily

Für eine One-Man-Show ist das, was Mirko Humbert mit Designer Daily leistet, enorm: jeden Tag ein neuer Post, und nicht nur so ein Listen-Gedöns wie ich es anbiete. Mit nicht mehr als zehn Vorschlägen in seiner Liste kultiviert eine wohltuende Tugend und schafft es dennoch, dafür verhältnismäßig viele verschiedene Stile abzubilden, mit dem Haken, dass es keine zwei Schriften gibt, die auch nur ungefähr in der gleichen Liga spielen. Sei’s drum, dafür erwähnt er die ungemein praktische FF Chartwell.

Designer Daily: The best fonts published in 2013

Typefacts

Christoph Koeberlin, der Kopf hinter Typefacts, ist Schriftentwickler und hat mit Typefacts eine der besten Anlaufstellen für schnell lösbare typografische Fragen geschaffen. Seine Jahresabschlusslisten findet jedes Jahr aufs Neue ihre Beachtung, weil da jemand mit Fachkenntnis sitzt. In seiner umfangreichen Auswahl gibt es nichts, was es nichts gibt; selbst eine digitale Kurrentschrift hat es in seine Auswahl geschafft. Nur eine Frakturschrift fehlt dann doch. Sonst aber ist wirklich für jeden Einsatzzweck etwas dabei.

Typefacts: Die besten Fonts 2013

FontShop

FontShop ist das größte herstellerunabhängige Versandhaus für Schriftarten. Als solches hat es natürlich auch ein gewisses Interesse daran, eine Liste mit besten Schriften anzubieten. Während FontShop zwar auch Listen anbietet, die nach Verkaufszahlen sortieren, ist diese Liste eine persönliche Selektion mit einer stets kurzen, aber prägnanten Vorstellung der Schrift.

FontShop: Best Type of 2013

The Next Web

Für The Next Web, das auf Internettechnologie, -wirtschaft und -kultur fokussiert, steigt Sean Mitchell in den Ring. Seine Auswahl ist lang und breit, und wer die anderen Listen schon kennt, für den gibt es hier dennoch ein paar Neuigkeiten. Ansonsten liest sich seine Liste aber wie da Who-is-Who der Schriftenschmieden – was beileibe nicht schlecht ist.

The Next Web: The best typefaces of 2013

Außer Konkurrenz: Web Design Ledger

Web Design Ledger war mir bislang nicht bekannt, dabei gibt es dort – ähnlich wie bei Designer Daily – viel zu entdecken, auch wenn hier das Design deutlich mehr im Vordergrund steht. Gisele Muller war es, die eine Liste erstellte, die ausschließlich Freefonts umfasst. Dabei ist die Vielfalt der Stile leider sehr beschränkt und außer Bildern von den Schriften gibt es nichts zu sehen. Schade, aber dennoch einen Gedanken wert.

Web Design Ledger: Best Free Fonts of 2013

Gibt es Gemeinsamkeiten?

Schon durch die Art der Listen gibt es große Unterschiede. An manchen Stellen überschneiden sich der Ergebnisse aber doch. Die Metro Nova zum Beispiel findet sich sowohl bei Linotype als auch bei MyFonts, Webdesigner Depot, Designer Daily und Typefacts. Das ist ein deutliches Zeichen.
Darüber hinaus gibt es aber noch mehrere Schriften, die immerhin zwei Erwähnungen bekommen.

Ansonsten: Vielfalt, nichts als Vielfalt. Schön.
Ein Blick auf die Vielzahl der besten Schriften aus 2013 lohnt sich sehr.

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