Gedöns
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Blogparade: Welche Programme nutzt ihr im Alltag?

Manchmal sind es Kleinigkeiten, die mich bloggen lassen. Als solche geht aber eine spannende Blogparade nicht durch!

Was ist eine Blogparade? Eine Blogparade ist eine blogweite „Veranstaltung“, die damit beginnt, dass ein_e Blogger_in zu einem Thema bloggt und andere dazu aufruft, es ihm_ihr bis zu einem fixen Datum nachzutun, also zu dem Thema zu bloggen, und auf diesen ursprünglichen Beitrag zu verlinken. In manchen Fällen gibt es dann noch einen auswertenden Beitrag des_der Initiierenden.

In diesem Fall war es Daniel von JUICED.de, der zur Blogparade aufrief. Er wollte anlässt einer Neuinstallation seines Rechners wissen: „Welche Anwendungen nutzt ihr auf euren Rechnern? Wir sind gespannt zu erfahren, welche Programme für euch absolut unverzichtbar sind.“

In diesem Sinne will ich mal meinen Senf dazugeben. Der Gutschein, den es zu gewinnen gibt, ist mir – pardon – scheißegal. Ehrlich. Ich fand Daniels Auswahl lediglich so interessant, dass ich mitmachen musste.

Eine Vorbemerkung

Diese Blogparade wäre um Welten einfacher, wenn ich wie Otto Normalbürger Windows 7 nutzte. Tu’ ich aber nicht, jedenfalls nicht nur. Tief in meinem Herzen bin ich Ubuntu-Poweruser, aber faktisch sind die Programme, die ich brauche, unter Ubuntu nicht ohne größere Umstände lauffähig. Daher will ich keine Top Ten erstellen, sondern ein paar Programme vorstellen, die mir das Leben mit beiden Systemen vereinfachen.

Adobe Creative Suite 5 | Windows

Die CS von Adobe ist mein Arbeitswerkzeug schlechthin. Gut, als Mediengestalter ist es bisweilen auch hilfreich, wenn man noch scribbeln oder skizzieren kann, aber das Gros der Arbeit erledigtlich mit der CS am besten. Man kann darüber streiten, ob die ganzen Programme wirklich gut bedienbar sind – es gibt da so einige Inkonsistenzen –, aber gerade im Vergleich zur Open-Source-Lösung Scribus ist InDesign für den Satz doch ein verdammt durchdachtes und mächtiges Werkzeug. In Sachen Bildbearbeitung konnte ich mich leider noch nie so recht mit GIMP anfreunden, aber haben mir Photoshop einen würdigen Ersatz – und an Illustrator kommt sowieso recht wenig heran. Die Bridge als Explorer-Ersatz und Bildverwaltungswerkzeug ist für mich leider Crap: viel zu langsam, und auch nicht wirklich übersichtlich. Leider habe ich da auch noch kein gutes Programm für Windows gefunden, was Bilder wirklich gut verwalten kann. Ich sollte wohl mal Lightroom unter die Lupe nehmen.
Eines muss man der gesamten Creative Suite lassen: Sie ist unheimlich vielseitig einsetzbar, und es gibt quasi nichts, was sie nicht kann – außer günstig sein.

Shotwell | Ubuntu

Wo die Creative Suite (zumindest in der Version „Design Premium“) ein wenig patzt, ist Shotwell zur Stelle. Shotwell ist eine Bildverwaltung, die wirklich nur mit dem Nötigsten aufwartet: Sie kann Bilder nach Datum, Ereignissen und Tags sortieren und zeigt auch ein paar Bildinformationen an. Dabei ist Shotwell vergleichsweise schnell, schick und übersichtlich. Mit einem Speicherort für die Bilder, auf den ich sowohl von Windows als auch Ubuntu zugreifen kann, ist es für mich die ideale Bildverwaltung. Mehr will ich doch gar nicht.

Google Chrome/Chromium | Windows und Ubuntu

Das Erste, was ich mit einem unberührten Windows-Rechner mache, ist die Installation von Chrome bzw. sein Open-Source-Pendant Chromium (ohne die Google-Anpassungen). Wenn man einmal davon absieht, dass es ein vergleichsweise schneller Browser ist, bietet er doch ein paar Schmankerl, die mich bewogen, Firefox den Rücken zu kehren, und jenen zum Browser zweiter Wahl zu machen, selbst wenn Firefox jetzt bei einigen Funktionen wieder aufgeholt hat: Chrome/Chromium erlaubt mir, jegliche Erweiterungen ohne Neustart zu nutzen; das ist sehr praktisch, wenn man ein neues Addon will, aber nicht auf das Laden von fünfundzwanzig Tabs warten möchte. Chrome/Chromium hat einen Task-Manager für Tabs und Plugins; es ist wesentlich angenehmer, nur das Flash-Plugin nzu reanimieren, als dafür den ganzen Browser neu zu starten. Darüber hinaus hat Chrome/Chromium inzwischen einfach die besseren Plugins und Web-Apps. Nicht zuletzt – und das ist eigentlich der Hauptgrund für Chrome/Chromium – ist die absolut intuitive Synchronisierungsfunktion, die mir erlaubt, Lesezeichen, Plugins und sogar offene Tab jederzeit in meinen verschiedenen Browser-Instanzen verfügbar zu haben – egal, ob unter Windows 7, Ubuntu 12.10 oder Android 4.2.

MetroTwit | Windows

Die Suche nach einem guten Twitter-Client ist mühselig, und sie ist für jedes Betriebssystem gleich mühselig. Für eine lange Zeit war TweetDeck meine erste Wahl, und wenn gar nichts hilft (oder wenn ich in Ubuntu unterwegs bin, aber das wäre ein Kapitel für sich), nehme ich noch immer die Chrome-App von TweetDeck, auch wenn sie nicht wirklich das macht, was ich will, aber dann fand ich MetroTwit. MetroTwit war das erste Programm, welches mir im damals „Metro“ genannten Windows-8-Design über den Weg lief, und das Design war der Hauptgrund, warum ich MetroTwit überhaupt erst testete. Seitdem hat MetroTwit seinen Funktionsumfang enorm erweitert, so dass es für mich der Twitter-Client schlechthin ist. … Jetzt muss ich mir nur noch die Vollversion gönnen, die mir dann auch das Nutzen mehrerer Accounts erlaubt.

You Need A Budget | Windows

Es soll Menschen geben, die können es ohne, aber ich führe Haushaltsbuch. Da ich aber niemand bin, der sich regelmäßig abends hinsetzt, um alle erhaltenen Quittungen abzuarbeiten, und sich Notizen macht, wann er woh wieviel ohne Quittung ausgegeben hat, brauchte ich eine Lösung, die gut mit meinem Smartphone verknüpft ist und digital funktioniert. Nach einer erfolglosen Phase (will sagen: ich habe es nicht genutzt) mit HomeBank unter Ubuntu und einer Wald-und-Wiesen-Haushaltsbuch-App, fing mein Freund an YNAB zu nutzen, und überzeugte mich damit zum Wechsel.
YNAB geht davon aus, dass man ein bestimmtes Budget zur Verfügung hat, welches man auf seine Haushaltsposten verteilt. Dabei ist es dem Programm egal, ob man letztlich mehr ausgibt als geplant – aber man hat es gut im Überblick. Neben einer zeimlich schicken Aufmachung und einer guten Bedienbarkeit, war es aber die Android-App, die mich zum Wechsel bewog. Unterwegs nen Kaffee geholt? In die App eintragen, und schon wird es via Dropbox mit dem Desktop synchronisiert. Die Risiko, dass man eine Ausgabe vergisst, sinkt. Letztlich betreibt man also Bundestags-Haushaltspolitik, nur ohne die ganzen Verhandlungen, aber mit voller Kostenkontrolle. Was will man mehr?

Banshee und Rhythmbox | Ubuntu

Es soll ja Leute geben, die nutzen iTunes und finden es super. Ich nicht. Das liegt schon allein daran, dass ich jede Menge Ogg-Dateien haben. … (Jaja, der Open-Source-Gedanken. Er wird noch mein Grab sein.) … Schon deshalb kam iTunes nie ernsthaft für mich infrage. Aber finde mal eine Musikverwaltung mit einem ähnlichen Funktionsumfang und einem guten Interface-Design für Windows. Es gibt sie nicht! Okay, Zune (die Software) ist – dem „Modern Design“ von Windows sei Dank – eine verdammt schicke, übersichtliche und funktionale Lösung, aber sie kann kein Ogg. Abgesehen davon scheitert jegliche Software für Windows bei mir aber immer am Formfaktor; es ist alles zu hässlich und unbedienbar – und jetzt kommt mir nicht mir WinAmp!
Zum Glück stieß ich unter Ubuntu auf zwei sehr mächtige und auch schicke Lösungen, die sich gegenseitig sehr gut ergänzen. Rhythmbox ist schnell und schlicht, wohingehen Banshee schick und mächtig ist. Will ich Alben-Cover sehen oder erweiterte ID3-Tags bearbeiten, ist Banshee erste Wahl, will ich schnell Musik hören oder importieren, ist Rhythmbox besser geeignet. Allerdings gibt es nur Banshee in einer (wenn auch bescheidenen) Version für Windows. Das eigentliche Problem – Wie kann ich Musik unter Windows gut verwalten und hören? – habe ich also immer noch nicht gelöst, aber dafür ist meine Musiksammlung wenigstens sortiert. Wenn ich unter Windows dann was hören will, weiß ich wenigstens, wo ich suchen muss.

Spotify | Windows und Ubuntu

Die Alternative zu dem ganzen Elend mit der Musik ist – wenigstens manchmal – Spotify. Spotify ist Musik aus der Cloud, mit einer Software, die direkt auf diese riesige Musiksammlung zugreift, in die man wohl die eigene Musiksammlung einbinden kann (das muss ich noch testen), und die das ganze für rund fünf Euro im Monat sogar werbefrei tut. Alternativ gäbe es auch noch Rdio, aber damit werde ich nicht warm. Ein direkter Vergleich der beiden Anbieter steht noch aus; ich habe da schon etwas vorbereitet.
Die Stärke von Spotify ist offensichtlich: Ich kann von überall auf unzählige Songs zugreifen, ohne mir die Musik zu kaufen. Stattdessen zahle ich eine Nutzungsgebühr, die mir erlaubt, soviel Musik zu hören wie ich will. Das funktioniert gleichermaßen unter Ubuntu und Windows, ohne Abstriche.
Nichts so toll sind da eher die Dinge, die im Hintergrund passieren: Spotify einigt sich mit Mobilfunkanbietern auf eine Bevorzugung des eigenen Dienstes und hebelt so die Netzneutralität aus und schafft es nebenbei, durch das einfache Abomodell, uns schreibgeschützte Musik unterzujubeln – etwas, woran die Muskindustrie bei CDs und MP3-Verkäufen kläglich gescheitert ist. Wir erwerben lediglich ein Nutzungsrecht und „besitzen“ Musik nicht mehr. Allerdings könnten wir bei Gefallen die Alben immer noch anderweitig erwerben.

Eine Nachbemerkung

Ihr wundert euch vielleicht, dass kein klassisches Office-Programm dabei ist. Ich wundere mich gerade auch ein wenig, aber das lässt sich doch ganz leicht erklären. MS Office mag ja ganz nett sein, und seit der neuesten Version auch wieder ganz schick, aber mit der Einführung der Ribbon-Bedienoberfläche warf mir Microsoft Steine in den Weg, die ich nicht mehr übersteigen wollte. Obendrein ist mir OpenOffice bzw. jetzt LibreOffice schon aus Gründen der freien Software (und wegen der seit jeher eingebauten PDF-Export-Funktion) wesentlich sympathischer. Allerdings genügen beide Office-Suiten nicht meinen mediengestalterischen Ansprüchen an Dokumente. Wenn ich Formeln benutzen muss, bleibt LibreOffice zwar erste Wahl, aber wenn es wirklich um Text- und Tabellensatz geht, greife ich nur noch zu InDesign – und für ein paar unterwegs erstellte Dokumente sind die Office-Programme von Google Drive mir völlig ausreichend.

Fazit

Habe ich noch etwas vergessen? Ich glaube nicht. Ich gebe gerne zu, dass ich es mir mit den zwei Betriebssystemen (oder sagen wir besser drei, wenn wir das Smartphone mit einbeziehen) nicht immer ganz einfach mache. Allerdings hat meine Dual-Boot-Installation für mich auch unbestreitbare Vorteile. Wenn es jetzt noch ein Betriebssystem – oder zumindest Software – gäbe, das alles, was ich brauche, in sich vereinte!

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