Gedöns
11 Kommentare

Andauernd verzogen

Wir schrei­ben den 15. Febru­ar 2012. Es ist nun­mehr 173 Tage her, seit wir umge­zo­gen sind – und doch bin ich noch nicht ganz ange­kom­men. Dabei hat es nichts mit der Woh­nung zu tun, jeden­falls nicht im eigent­li­chen Sin­ne. Die unse­re ers­te eige­ne, gemein­sa­me Woh­nung ist wun­der­voll. Sie hat zwei gleich gro­ße Zim­mer, eine noch grö­ße­re Wohn­kü­che mit ange­schlos­se­nem Bal­kon, ein Bad mit Bade­wan­ne und einen Flur. Sie hat ein Man­sar­den­zim­mer und zwei Kel­ler­räu­me gab es noch mit dazu, und selbst ein Gar­ten fehlt nicht. Sie ist per­fekt an den Nah­ver­kehr ange­schlos­sen, liegt zen­tral, in einem ruhi­gen, recht bunt gemisch­ten Vier­tel, hat schnel­les Inter­net (was ja nicht unwich­tig ist in unse­ren moder­nen Zei­ten) und ist oben­drein bezahl­bar. Ein­zig: sie ist in einem Alt­bau (dabei lie­be ich Alt­bau).

Ver­steht mich nicht falsch, ich füh­le mich hier abso­lut zuhau­se – nur eben noch nicht ganz wohl. Dabei könn­te es so ein­fach sein, hät­te es so ein­fach sein kön­nen. Wir waren ein­ge­zo­gen, rich­te­ten uns häus­lich ein, began­nen es gemüt­lich zu machen – als Ende Novem­ber die ers­ten kal­ten Win­ter­ta­ge ein­bra­chen und ein pil­zi­ger Mit­be­woh­ner sich bei uns ein­rich­te­te. Damit war es mit der Gemüt­lich­keit vor­bei, die Küche – aus­ge­rech­net unse­re gro­ße Küche, unser Wohn­raum, Herz der Woh­nung – wur­de zum Schlacht­feld gegen den Schim­mel, ver­schwand wie­der in die Kis­ten, die wir gera­de erst in den Kel­ler gebracht hat­ten, und blieb da auch bis Ende Janu­ar (es waren ja schon die Hand­wer­ker aus­ge­bucht und dann kam auch noch der Jah­res­wech­sel).
Jetzt steht zumin­dest die Küche wie­der an ihrem Platz und auch die Lebens­mit­tel und grund­le­gen­den Mord­waf­fen (Töp­fe, Pfan­nen, Mes­ser, Gabel, Sche­re, Nudel­holz) sind wie­der ein­ge­räumt, doch die Wun­den sind noch nicht geleckt. Die Klau­su­ren­pha­se steht an (ich weiß, das ist bei einer Klau­sur ein Euphe­mis­mus, aber ich habe ja auch eine 40-Stun­den-Woche), und dann kommt mei­ne Abschluss­prü­fung, und die Res­te der Küche ste­hen noch hier und da so her­um, und eigent­lich wäre das gan­ze Cha­os eigent­lich an einem Tag pro­blem­los zu besei­ti­gen und an einem wei­te­ren könn­te man es zumin­dest grund­ge­müt­lich machen, allein ich ste­he hier in den Rui­nen und fin­de ein­fach nicht die Zeit, die Trüm­mer weg­zu­tra­gen und etwas Neu­es, Wun­der­vol­les aus ihnen zu schaf­fen.

Seht mir also nach, dass ich nach fast einem hal­ben Jahr in der neu­en Woh­nung noch immer nicht da bin, wo ich ger­ne wäre. Es feh­len nur zwei Tage. Viel­leicht fin­de ich die ja bis Ende Mai.
Wenn alles klappt, fei­ern wir dann ein gro­ßes Fest am 31. Mai 2012: mei­ne bestan­de­ne Abschluss­prü­fung, eine gemüt­li­che Woh­nung – und den 250. Tag nach dem Umzug. Ich gebe mein Bes­tes, dass zumin­dest das gelingt.

Life is what hap­pens to you while you’re busy making other plans.

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11 Kommentare

  1. Patrick sagt

    Hen­dryk, du schreibst: "Es feh­len nur zwei Tage. Viel­leicht fin­de ich die ja bis Ende Mai." - Wenn dein Freund hilft, wer­den aus zwei Tagen nur ein Tag. Oder ist er so ein Haus­halts­muf­fel dass er alles an dir hän­gen lässt?

    • Dogma Pillenknick sagt

      Da ich das alles mit­be­dacht habe, sind es nur zwei Tage. Allein wären es eher vier bis fünf Tage – und ich kann ja ihn auch nicht nach mei­nen Vor­stel­lun­gen alles machen las­sen.

  2. Drü­cke die Dau­men - und das gleich dop­pelt! Zum einen, dass Eure Plä­ne auf­ge­hen und zum ande­ren dass auch ein Tag bleibt, an dem ihr zu mei­ner Woh­nungs­ein­wei­hung kom­men könnt. :)

    • Dogma Pillenknick sagt

      Schan­ke­dön. Bis dato sehe ich (bis auf die mir zuei­gen gemacht wor­den­de Zeit­not, die kein Grund ist) kei­ne Hin­der­nis­se. ;-)

  3. Mit zwei hel­fen­den Hob­bit­hän­den wären es viel­leicht nur noch andert­halb? Hier ist soviel über­schüs­si­ge Zeit, irgend­wie muss ich damit doch was Sinn­vol­les tun.

    • Dogma Pillenknick sagt

      Nützt ja alles nix, so lan­ge ich nicht auch Zeit habe, und das ist der Knack­punkt. Aber schan­ke­dön für das Ange­bot.

      • Immer, as you know. Eine SMS und etwa 3 Stun­den Vor­lauf­zeit, soll­te sich ein Fens­ter auf­tun, dann ste­he ich vor der Tür ;)

      • Dogma Pillenknick sagt

        I know. Im Fal­le eines Fal­les mel­de ich mich.

  4. Dogma Pillenknick sagt

    31.5. wird nix, nur zur Info.
    Abga­be der schrift­li­chen Abschluss­prü­fung ist erst am 4.6., vor­her kann ich also nix sagen.

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