Gedöns
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Ich mach’s dual #1: Von der Idee bis zur Uni

Es wird mal wieder Zeit für ein wenig mehr Inhalt und weniger Gelaber. Dabei wird es genau das sein, was diesen Inhalt ausmacht: ganz viel Gelaber, nichts als Erzählungen aus meinem Leben.
Wer jetzt gehen möchte … bitteschön, da ist die Tür. Wer aber jetzt geht, verpasst das Beste, denn ich studiere dual. Das ist etwas, was wohl nicht gerade viele Menschen tun, und deswegen möchte ich davon berichten – um mein Erleben zu reflektieren und vielleicht anderen Einzeltätern ihr Studium zu vereinfachen.
Viel mehr Struktur als einen chronologischen Ablauf werde ich aber in diese lose Reihe (denn das soll es werden) wohl nicht hineinbringen können – aber einen Einblick, was es bedeutet dual zu studieren, könnt ihr hoffentlich trotzdem bekommen.


Der Hauptcampus von oben | Foto: © Gerd Vogelsang – Bergische Universität Wuppertal

Wie kommt man eigentlich dazu dual zu studieren?

Hätte ich dereinst, im späten Frühjahr 2011, den Beitrag (wenn es ihn dann schon gegeben hätte) der Sendung „Campus & Karriere“ im Deutschlandfunk gehört und darauf aufbauend mein duales Studium begonnen, wäre ich durchaus enttäuscht worden, wenn auch nur aus einem einzigen Grund: Finanzielle Sicherheit sieht für mich nämlich anders aus – aber das hängt definitiv auch mit meiner Kombination aus Ausbildung und Studium zusammen und soll hier derzeit keine Rolle spielen.

Im Dezember 2009 begann ich im medienzentrum ruhr eine Ausbildung zum Mediengestalter digital/print. Damit hatte ich zwar schon den ersten Berufsschulblock verpasst, aber das bisschen Stoff war leicht nachzuholen. Irgendwann im Laufe des Jahres 2010 kam mein Chef dann auf mich zu mit der Information über den dualen Studiengang „Druck- und Medientechnologie“ an der Uni Wuppertal. Es klang zunächst mal interessant, blieb aber folgenlos. Als ich dann im Frühsommer 2011 mit der Idee an ihn herantrat, die Ausbildung zu verkürzen, um dann schon im Dezember 2011 die Abschlussprüfung ablegen zu können, schlug er mir sinnigerweise erneut das duale Studium vor. Diesmal schaute ich es mir so genau an, dass es mich trotz anfänglicher Skepsis überzeugte.

Druck- und Medientechnologie (dual)

Der Verband Druck + Medien NRW (VDMNRW) bietet seit einigen Jahren in Kooperation mit der Bergischen Universität Wuppertal den Bachelor-Studiengang „Druck- und Medientechnologie“ auch als duales Studium an. Das heißt im Klartext, dass das sonst sechs Semester dauernde Studium auf acht Semester gestreckt wird, um so quasi neben der Arbeit noch studieren zu können. Voraussetzung dafür ist aber, dass man zum Zeit der Aufnahme des Studiums noch eine Ausbildung in einem bestimmten Beruf (Mediengestalter_in, Drucker_in, Buchbinder_in o.ä.) absolviert. Dadurch erspart man sich aber auch die Erfüllung weiterer Aufnahmekriterien (u.a. dreimonatiges druck-/medienspezifisches Praktikum).

Dieser Studiengang – das sei hier ganz deutlich hervorgehoben – ist kein gestalterischer! Druck- und Medientechnologie ist eine Ingenieurwissenschaft. Die ersten Semester sind voller Mathematik, Chemie, Elektrotechnik und Informatik, danach folgen laut Studienverlaufsplan Veranstaltungen zu Drucktechnik, Druckvorstufentechnik, Medienökonomie und Produktionssystemen. Dass es ein Seminar über Typografie gibt, kann man da fast schon als Ausrutscher betrachten. Wer aber etwas gestalten will, ist in diesem Studium wohl eher fehl am Platz.

Ein neuer Anfang

Wenn ich nun sage, dass der Studienanfang für mich nichts besonders Aufregendes war, dann liegt das aber zum Teil auch daran, dass ich bereits vor geraumen Urzeiten schon für ein Semester Politikwissenschaft in Duisburg studiert habe. Ich war also kein blutjunger Anfänger mehr.
Als Voraussetzung für die Einschreibung traf ich mit meinem Betrieb eine Vereinbarung darüber, wer für die Kosten des Studiums (Sozialabgaben etc.) aufzukommen hat und nach der Abklärung aller Formalitäten (Überweisung der Beiträge, Einschreibung, Erhalt aller Unterlagen, Einladung zur Ersti-Woche) war ich mal wieder Student.

Was macht ein fleißiger Student, wenn er einer ist? Er stellt sich seinen Stundenplan zusammen. Das versuchte ich auch, kam aber nach einer endlosen Suche nicht sonderlich weit. Ich fand – fragt mich nicht, wie es mir gelang, ich finde den Weg nicht mehr – ein PDF mit meinem Studienverlaufsplan und ein PDF mit meinem Stundenplan, hatte also eine Empfehlung seitens der Uni, wie ich mein duales Studium aufbauen könnte, einzig der Stand der Dateien war noch auf dem des Vorjahres.

Das System selbst, in dem ich meinen Stundenplan zusammenstellen kann, nennt sich in Wuppertal WUSEL – Fragt nicht! – und ist eigentlich die gleiche Software, wie sie eigentlich an fast jeder anderen Uni eingesetzt wird, um Stundenpläne, Noteneintragungen, Adressänderungen und Bescheinigungen zu koordinieren, weswegen ich mich mühelos zurechtfand und so auch merkte, dass eine zu belegende Veranstaltung nicht dort auffindbar war, wo sie hingehört hätte. Nach einem Telefonat mit der Qualitätssicherung des Fachbereichs war aber auch diese Unsicherheit beseitigt, ich konnte meine Veranstaltungen belegen und fuhr schließlich an einem allzu frühen Montagmorgen im Oktober mit Bus und Bahn von Herne zur Uni nach Wuppertal.

Doch davon erzähle ich ein anderes Mal.

Übersicht hilfreicher Dokumente

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2 Kommentare

  1. WUSEL!

    Ich musste so laut auflachen, meine Nachbarn halten mich bestimmt für meschugge. (Aber wer zu jeder Tages- und Nachtzeit herumschreien will, muss auch mal meine Heiterkeit ertragen.)

    Gut, dass du mal aufschreibst, was du da überhaupt so treibst, als fauler Student, jaha. Dann verstehe das sogar ich.

    WUSEl. Gnihi.

  2. Dogma Pillenknick sagt

    WUSEL. „Wuppertaler UniversitätsStudierenden Online-Portal zur Elektronischen Unterstützung der Lehr-und Lernorganisation“
    Ich sag da mal nichts zu.

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