Ich mach’s dual #1: Von der Idee bis zur Uni

von Dogma Pillenknick am 29. Januar 2012

Es wird mal wie­der Zeit für ein wenig mehr Inhalt und weni­ger Gela­ber. Dabei wird es genau das sein, was die­sen Inhalt aus­macht: ganz viel Gela­ber, nichts als Erzäh­lun­gen aus mei­nem Leben.
Wer jetzt gehen möchte … bit­te­schön, da ist die Tür. Wer aber jetzt geht, ver­passt das Beste, denn ich stu­diere dual. Das ist etwas, was wohl nicht gerade viele Men­schen tun, und des­we­gen möchte ich davon berich­ten – um mein Erle­ben zu reflek­tie­ren und viel­leicht ande­ren Ein­zel­tä­tern ihr Stu­dium zu ver­ein­fa­chen.
Viel mehr Struk­tur als einen chro­no­lo­gi­schen Ablauf werde ich aber in diese lose Reihe (denn das soll es wer­den) wohl nicht hin­ein­brin­gen kön­nen – aber einen Ein­blick, was es bedeu­tet dual zu stu­die­ren, könnt ihr hof­fent­lich trotz­dem bekommen.


Der Haupt­cam­pus von oben | Foto: © Gerd Vogel­sang – Ber­gi­sche Uni­ver­si­tät Wuppertal

Wie kommt man eigent­lich dazu dual zu studieren?

Hätte ich der­einst, im spä­ten Früh­jahr 2011, den Bei­trag (wenn es ihn dann schon gege­ben hätte) der Sen­dung »Cam­pus & Kar­riere« im Deutsch­land­funk gehört und dar­auf auf­bau­end mein dua­les Stu­dium begon­nen, wäre ich durch­aus ent­täuscht wor­den, wenn auch nur aus einem ein­zi­gen Grund: Finan­zi­elle Sicher­heit sieht für mich näm­lich anders aus – aber das hängt defi­ni­tiv auch mit mei­ner Kom­bi­na­tion aus Aus­bil­dung und Stu­dium zusam­men und soll hier der­zeit keine Rolle spielen.

Im Dezem­ber 2009 begann ich im medi­en­zen­trum ruhr eine Aus­bil­dung zum Medi­en­ge­stal­ter digital/print. Damit hatte ich zwar schon den ers­ten Berufs­schul­block ver­passt, aber das biss­chen Stoff war leicht nach­zu­ho­len. Irgend­wann im Laufe des Jah­res 2010 kam mein Chef dann auf mich zu mit der Infor­ma­tion über den dua­len Stu­di­en­gang »Druck– und Medi­en­tech­no­lo­gie« an der Uni Wup­per­tal. Es klang zunächst mal inter­es­sant, blieb aber fol­gen­los. Als ich dann im Früh­som­mer 2011 mit der Idee an ihn her­an­trat, die Aus­bil­dung zu ver­kür­zen, um dann schon im Dezem­ber 2011 die Abschluss­prü­fung able­gen zu kön­nen, schlug er mir sin­ni­ger­weise erneut das duale Stu­dium vor. Dies­mal schaute ich es mir so genau an, dass es mich trotz anfäng­li­cher Skep­sis überzeugte.

Druck– und Medi­en­tech­no­lo­gie (dual)

Der Ver­band Druck + Medien NRW (VDMNRW) bie­tet seit eini­gen Jah­ren in Koope­ra­tion mit der Ber­gi­schen Uni­ver­si­tät Wup­per­tal den Bachelor-Studiengang »Druck– und Medi­en­tech­no­lo­gie« auch als dua­les Stu­dium an. Das heißt im Klar­text, dass das sonst sechs Semes­ter dau­ernde Stu­dium auf acht Semes­ter gestreckt wird, um so quasi neben der Arbeit noch stu­die­ren zu kön­nen. Vor­aus­set­zung dafür ist aber, dass man zum Zeit der Auf­nahme des Stu­di­ums noch eine Aus­bil­dung in einem bestimm­ten Beruf (Mediengestalter_in, Drucker_in, Buchbinder_in o.ä.) absol­viert. Dadurch erspart man sich aber auch die Erfül­lung wei­te­rer Auf­nah­me­kri­te­rien (u.a. drei­mo­na­ti­ges druck-/medienspezifisches Praktikum).

Die­ser Stu­di­en­gang – das sei hier ganz deut­lich her­vor­ge­ho­ben – ist kein gestal­te­ri­scher! Druck– und Medi­en­tech­no­lo­gie ist eine Inge­nieur­wis­sen­schaft. Die ers­ten Semes­ter sind vol­ler Mathe­ma­tik, Che­mie, Elek­tro­tech­nik und Infor­ma­tik, danach fol­gen laut Stu­di­en­ver­laufs­plan Ver­an­stal­tun­gen zu Druck­tech­nik, Druck­vor­stu­fen­tech­nik, Medi­en­öko­no­mie und Pro­duk­ti­ons­sys­te­men. Dass es ein Semi­nar über Typo­gra­fie gibt, kann man da fast schon als Aus­rut­scher betrach­ten. Wer aber etwas gestal­ten will, ist in die­sem Stu­dium wohl eher fehl am Platz.

Ein neuer Anfang

Wenn ich nun sage, dass der Stu­di­en­an­fang für mich nichts beson­ders Auf­re­gen­des war, dann liegt das aber zum Teil auch daran, dass ich bereits vor gerau­men Urzei­ten schon für ein Semes­ter Poli­tik­wis­sen­schaft in Duis­burg stu­diert habe. Ich war also kein blut­jun­ger Anfän­ger mehr.
Als Vor­aus­set­zung für die Ein­schrei­bung traf ich mit mei­nem Betrieb eine Ver­ein­ba­rung dar­über, wer für die Kos­ten des Stu­di­ums (Sozi­al­ab­ga­ben etc.) auf­zu­kom­men hat und nach der Abklä­rung aller For­ma­li­tä­ten (Über­wei­sung der Bei­träge, Ein­schrei­bung, Erhalt aller Unter­la­gen, Ein­la­dung zur Ersti-Woche) war ich mal wie­der Student.

Was macht ein flei­ßi­ger Stu­dent, wenn er einer ist? Er stellt sich sei­nen Stun­den­plan zusam­men. Das ver­suchte ich auch, kam aber nach einer end­lo­sen Suche nicht son­der­lich weit. Ich fand – fragt mich nicht, wie es mir gelang, ich finde den Weg nicht mehr – ein PDF mit mei­nem Stu­di­en­ver­laufs­plan und ein PDF mit mei­nem Stun­den­plan, hatte also eine Emp­feh­lung sei­tens der Uni, wie ich mein dua­les Stu­dium auf­bauen könnte, ein­zig der Stand der Dateien war noch auf dem des Vorjahres.

Das Sys­tem selbst, in dem ich mei­nen Stun­den­plan zusam­men­stel­len kann, nennt sich in Wup­per­tal WUSEL – Fragt nicht! – und ist eigent­lich die glei­che Soft­ware, wie sie eigent­lich an fast jeder ande­ren Uni ein­ge­setzt wird, um Stun­den­pläne, Noten­ein­tra­gun­gen, Adres­s­än­de­run­gen und Beschei­ni­gun­gen zu koor­di­nie­ren, wes­we­gen ich mich mühe­los zurecht­fand und so auch merkte, dass eine zu bele­gende Ver­an­stal­tung nicht dort auf­find­bar war, wo sie hin­ge­hört hätte. Nach einem Tele­fo­nat mit der Qua­li­täts­si­che­rung des Fach­be­reichs war aber auch diese Unsi­cher­heit besei­tigt, ich konnte meine Ver­an­stal­tun­gen bele­gen und fuhr schließ­lich an einem allzu frü­hen Mon­tag­mor­gen im Okto­ber mit Bus und Bahn von Herne zur Uni nach Wuppertal.

Doch davon erzähle ich ein ande­res Mal.

Über­sicht hilf­rei­cher Dokumente

2 Kommentare

WUSEL!

Ich musste so laut auf­la­chen, meine Nach­barn hal­ten mich bestimmt für meschugge. (Aber wer zu jeder Tages– und Nacht­zeit her­um­schreien will, muss auch mal meine Hei­ter­keit ertragen.)

Gut, dass du mal auf­schreibst, was du da über­haupt so treibst, als fau­ler Stu­dent, jaha. Dann ver­stehe das sogar ich.

WUSEl. Gnihi.

von Ninette am 30. Januar 2012 um 04:24. Antworten #

WUSEL. »Wup­per­ta­ler Uni­ver­si­täts­Stu­die­ren­den Online-Portal zur Elek­tro­ni­schen Unter­stüt­zung der Lehr-und Lern­or­ga­ni­sa­tion»
Ich sag da mal nichts zu.

von Dogma Pillenknick am 30. Januar 2012 um 17:19. Antworten #

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