Gedöns
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Weil ich's versprochen habe. Ein manomama-Loblied.

Ich habe es heu­te Mit­tag ange­droht und nun kann ich nicht zurück. Seit­dem ich vor gerau­mer Zeit via Twit­ter auf mano­ma­ma stieß, ver­fol­ge ich gespannt und begeis­tert, wie die gran­dio­se Idee, Klei­dung lokal, öko­lo­gisch und sozi­al her­zu­stel­len, immer grö­ße­re Wel­len schlägt.

Eigent­lich müss­te ich Sina Trink­wal­der (so heißt die Frau, die hin­ter @manomama steckt) end­lich mal zum Fol­lo­wfri­day erwäh­nen. Jedes Mal, wenn ich etwas von ihr sehe, höre oder lese, über­kommt mich der Drang, selbst etwas zu tun, und allein dafür müss­te ich mal wie­der ein wenig mehr Mund­pro­pa­gan­da machen. Dabei ist es nicht so, dass ich untä­tig wäre.

(Jetzt kommt das Eigen­lob, dabei weiß ich genau, wie wenig es ist, was ich tue, und dass da noch Luft nach oben ist.) Ich habe kein Auto und fah­re nur Bus und Bahn. Ich kau­fe aus Prin­zip nur fair gehan­del­ten Bio-Kaf­fee, Bio-Milch und Bio-Eier. Auch Käse und Nuss-Nou­gat-Creme gibt es durch­aus mal "in bio" und bei Obst und Gemü­se ach­te ich dar­auf, dass es zumin­dest aus der Regi­on kommt, bevor ich dann, nur weil sie das Bio­sie­gel tra­gen, Äpfel aus Neu­see­land ein­flie­gen las­se. Ich esse kein Fleisch und Fisch mehr – außer wenn es mich über­kommt, was schon zwei bis drei Mal im Monat sein kann. Wenn ich dann doch die 500-Gramm-Packung Nudeln für 39 Cent den 79-Cent-Bio­nu­deln vor­zie­he, dann sage ich mir viel zu oft "Ich bin nur ein armer Azu­bi, der von der Aus­bil­dungs­ver­gü­tung allein auch nicht über­le­ben könn­te.", und Öko­strom habe ich hier in der WG auch noch nicht. Schu­he kau­fe ich, wenn ich sie brau­che, und dann sol­len sie auch nicht ewig hal­ten, son­dern jetzt pas­sen, auch ins Bud­get. Und bis Ende des letz­ten Jah­res habe ich auch Klei­dung gekauft, wenn sie mir gefiel, pass­te und güns­tig war. Bis ich von mano­ma­ma hör­te und end­lich die Gele­gen­heit sah, auch an die­ser Stel­le mal mein Bewusst­sein nicht mehr igno­rie­ren zu müs­sen – weil end­lich mal hin­ter einem Namen auch eine star­ke Per­sön­lich­keit steck­te, die von ihren Hür­den im Streit für sau­be­re und gute Mode erzähl­te, die sich nie erschüt­tern ließ und immer eine Lösung fin­den woll­te (und bis dato wohl auch immer fand), und weil mir die Mar­ke "mano­ma­ma" auch mit dem kri­ti­schen Auge des Medi­en­ge­stal­ters noch gefiel.

Als es dann bei einer Face­book-Akti­on von mano­ma­ma Rabatt auf Klei­dung gab, griff ich die Gele­gen­heit beim Schop­fe und kauf­te mir mein ers­tes mano­ma­ma-T-Shirt. Ja, ich muss es mal sagen: Gute Klei­dung ist nicht bil­lig, auch nicht unbe­dingt güns­tig – aber preis­wert ist sie alle­mal! 35 Euro "für ein simp­les T-Shirt" sind eine Ansa­ge, wenn man mit rund 700 Euro über den Monat kom­men muss – aber eigent­lich ist der Drang, sich jeden Monat ein neu­es T-Shirt kau­fen zu wol­len, auch irr­sin­nig. Inso­fern geht der Preis nach einem Schlu­cken völ­lig in Ord­nung.

Jetzt lief ges­tern Abend im Baye­ri­schen Rund­funk eine Fol­ge der Sen­dung "laVi­ta", wel­che sich nur um mano­ma­ma dreh­te, und auf die ich schon gewar­tet hat­te, seit Sina von den Dreh­ar­bei­ten get­wit­tert hat­te. Nach­dem ich die Ent­ste­hung der augschburg­denim" sozu­sa­gen haut­nah via "soci­al media" (BINGO!) mit­be­kom­men hat­te und mich auch an der Wer­bung für ein mir dato fak­tisch noch unbe­kann­tes Pro­dukt betei­ligt hat­te, weil ich nach allem Abwä­gen schon damals davon über­zeugt war, dass es eine fan­tas­ti­sche Idee war und ist, die Jeans aus lokal ver­füg­ba­ren Mate­ria­li­en umwelt­scho­nend vor Ort her­zu­stel­len, kamen mir dann doch ein wenig die Trä­nen, als ich in dem Bei­trag, den es lei­der nicht in der BR-Video­thek (und dafür bin ich von der GEZ befreit!) gibt, sehen konn­te, wie die ers­ten Zen­ti­me­ter Jeans­stoff her­ge­stellt wur­den.

Aber weg von der Wer­bung, zurück zu mano­ma­ma. Lie­be Sina, ich bin mir ziem­lich sicher (nach­dem ich dich gleich – also gera­de eben – auf Twit­ter ange­fixt haben wer­de), dass du dies liest. Bit­te mach' wei­ter so mit allem Elan – und wenn du etwas nicht sel­ber kannst, bit­te ein­fach wei­ter um Hil­fe! Du machst das schon! Du machst die Welt bes­ser, und Suley auch, den ich hier jetzt als ein­zi­gen aus dei­nem Team stell­ver­tre­tend erwäh­nen möch­te, weil er mir mein T-Shirt genäht hat. Dan­ke Suley, dan­ke Sina, dan­ke mano­ma­ma.

Und euch da drau­ßen sage ich nur noch eins: Wenn ihr die Welt ret­ten wollt, dann redet nicht davon – macht es ein­fach. Macht es ein­fach! Ver­gesst das "wenn es nicht so teu­er wäre" und fangt mit einer Klei­nig­keit an! Es ist nur ein klei­ner Schritt.

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1 Kommentare

  1. hotmifi sagt

    Den laVi­ta-Bei­trag gibt es zwar nicht in der Video­thek, aber hier:

    You­Tube-Links wegen recht­li­cher Beden­ken ent­fernt. – 09.07.2011, HS

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