Monate: Februar 2011

WAZ sollen wir lesen

WAZ sollen wir lesen? das zeitungsabo-experiment (3)

Mitt­woch ist Nie­mands­land. Das nach­rich­ten­rei­che Wochen­en­de mit der kräf­ti­gen Mon­tags­aus­ga­be ist längst ver­ges­sen und das Wochen­en­de ist noch viel zu weit. Es braucht etwas, um die­se Zeit zu über­brü­cken, und was macht sich da bes­ser als ein guter Auf­ma­cher? Die Leu­ten wol­len unter­hal­ten wer­den, sie müs­sen doch durch­hal­ten. Brot und Spie­le, oder auch: Kaf­fee und Zei­tung. Rede ich wirr? Kann sein, der 19. Janu­ar ließ mich sehr ver­stört zurück, und das von Anfang an.

WAZ sollen wir lesen

WAZ sollen wir lesen? das zeitungsabo-experiment (2)

Nie­mand bekommt eine zwei­te Chan­ce einen guten ers­ten Ein­druck zu machen, es sei denn, das Gegen­über hat Alz­hei­mer oder ist dement. Manch­mal gelingt es den­noch, einem ers­ten Ein­druck ein völ­lig gegen­sätz­li­ches wei­te­res Han­deln gegen­über­zu­stel­len – wenn man die Chan­ce auf einen zwei­ten Ein­druck bekommt, und die woll­te ich der WAZ dann doch ein­räu­men. Sieb­zehn gemein­sa­me Jah­re woll­te ich dann doch nicht wegen eines miss­glück­ten Neu­an­fangs über den Hau­fen wer­fen. Wir schrie­ben Diens­tag, den 18. Janu­ar 2011. Statt wie noch am Vor­tag die WAZ ein­fach so aus dem Brief­kas­ten fischen zu kön­nen, muss­te ich mir den Schlüs­sel holen, gab sich das Tot­holz doch bockig. Das Ende vom Lied: eine ver­pass­te U-Bahn und ein ande­rer Weg zur Berufs­schu­le. Dafür sah der Titel gut aus: Ein gutes Foto im wie­der­erkenn­ba­ren ocker­far­be­nen Kas­ten mit neben­ste­hen­der ocker hin­ter­leg­ter Titel­zei­le und Unter­ti­tel. Nicht mein Fall, aber defi­ni­tiv mar­kant – und eine opti­sche Ana­lo­gie zur Start­sei­te von DerWesten.de. Für WAZ-Ver­­häl­t­­nis­­se sah die Sei­te 1 rich­tig gut aus, wenn man von Detail­feh­lern mal absieht (wie ein nicht rah­men­fül­len­des Titel­bild, aber das sind wohl Medi­en­ge­stal­ter­lei­den). …

WAZ sollen wir lesen

WAZ sollen wir lesen? das zeitungsabo-experiment (1)

Ich bin, weiß Gott, kein ein­fa­cher Zei­tungs­le­ser, im Gegen­teil, ich bin wahr­schein­lich sogar ziem­lich anstren­gend, weil ziem­lich schwer zufrie­den­zu­stel­len. Das will ich ein­fach mal vor­weg schi­cken. Ich bin, wie bereits geschrie­ben, mit der WAZ auf­ge­wach­sen, ent­frem­de­te mich von ihr – und sie wohl auch von mir, aber so ist das wohl, wenn man nicht mit­ein­an­der redet – und begann nun am 17. Janu­ar den Selbst­ver­such "WAZ sol­len wir lesen", indem ich einen lan­ge geheg­ten Gut­schein über ein zwei­wö­chi­ges Pro­be­abon­ne­ment ein­lös­te. Dies ist mein Rück­blick auf den ers­ten Tag die­ses Expe­ri­ments unter All­tags­be­din­gun­gen.

baustellenhinweis

Ich habe nie beschlos­sen, einen kom­plet­ten Neu­an­fang hin­zu­le­gen, es wäre eh nur schwer­lich mög­lich. Des­halb wer­de ich peu à peu alle alten Bei­trä­ge von www.dogma-pillenknick, mei­nem alten Blog hier her­über ret­ten und sie eben­so wie die­sen Bei­trag unter "leben­des archiv" able­gen. Vie­len Dank für das Ver­ständ­nis. ;-)

WAZ sollen wir lesen

WAZ sollen wir lesen? das zeitungsabo-experiment (prolog)

Noch bevor ich lesen konn­te, habe ich in der Zei­tung geblät­tert. Als ich dann end­lich die ers­ten Buch­sta­ben ent­zif­fern konn­te, habe ich mich müh­sam durch den Wust an Typen gekämpft und schließ­lich fing ich irgend­wann sehr bald an, die Arti­kel, die ich auf die­sem gedruck­te Papier fand, zu lesen und irgend­wann auch zu ver­ste­hen. Ich bin in einem Zei­tungs­le­ser­haus­halt auf­ge­wach­sen. Zum Früh­stück gab es neben Brot, Kaf­fee für mei­ne Eltern und Kakao für mich und mei­ne Schwes­ter und Wurst und Käse und alles, was man sonst so als Belag behan­deln konn­te, jeden Mor­gen die Zei­tung. Von Mon­tag bis Sams­tag gab es die West­deut­sche All­ge­mei­ne Zei­tung und WAZ ande­res kam uns nicht ins Haus – es gab ja auch nicht ande­res mit einem Lokal­teil für Her­ne (und das ist bis heu­te nicht anders). Ich habe es geliebt, mor­gens in der Zei­tung zu blät­tern, mich durch die aktu­el­len The­men zu wüh­len und war froh, nach der Zei­tungs­lek­tü­re nicht ganz so unwis­send wie zuvor in die Schu­le gehen zu müs­sen. Die Schu­le hin­ge­gen war ein The­ma für sich, …