Gedöns
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Ihr lernt es nicht! #zensursula #derwesten

Ein Kom­men­tar zu einem recht schlech­ten Arti­kel bei Der­Wes­ten, der es so nicht in die Print­aus­ga­be schaf­fen soll­te. Ich will ihn ein­fach mal hier so ver­öf­fent­li­chen und noch ein paar Links anhän­gen.

Vor­ab @ #14.
Das Netz war noch nie ein rechts­frei­er Raum, im Gegen­teil - wenn im "rea­len" Leben so kon­trol­liert wür­de wir im Netz, dann säßen so man­che Musik­leh­rer schon wegen ihrer Noten­ko­pi­en im Knast. … "Holt euch doch eure Kin­der­por­nos sonst­wo." - Genau das hat doch die Stu­die beab­sich­tigt und die gan­ze von den Medi­en ver­tre­te­ne Auf­fas­sung (bis auf weni­ge Aus­nah­men): Wer nicht für das Gesetz ist, will Kin­des­miss­brauch.

Aber jetzt zum Arti­kel, der wirk­lich schlecht ist!
Dafür, dass die­se Umfra­ge erst am Diens­tag prä­sen­tiert wur­de, ist sie schon ziem­lich lan­ge öffent­lich bekannt (und dort zu lesen), netzpolitik.org schrieb schon am 17. Juni über die­se Stu­die, die ande­re schon kri­tisch geprüft haben, was hier schein­bar unnö­tig war.
Inter­es­sant sind näm­lich bei die­ser Umfra­ge fol­gen­de Punk­te:
a) Die Stopp-Schild-Rege­lun­gen der Regie­rung wer­den in den Fra­ge­stel­lun­gen alter­na­tiv­los dar­ge­stellt, Geg­ner­schaft impli­ziert Befür­wor­tung von Kin­des­miss­brauch. Das ist, als frag­te man, ob eine Straf­tat ver­folgt wer­den soll oder nicht. Da wird auch kaum jemand dage­gen sein.  Erst wenn nach der Art der Ver­fol­gung gefragt wür­de, käme man zu einer dif­fern­zier­ten Betrach­tung.
b) Die Dis­kre­panz zwi­schen der Zustim­mung zu den Plä­nen und dem Glau­ben an die Wirk­sam­keit. Aus die­sen bei­den Wer­ten könn­te man schlie­ßen, dass die Leu­te Sym­bol­po­li­tik wol­len.
c) Die Defi­ni­ti­on eines star­ken Inter­net­nut­zers ist welt­fremd: Allens­bach defi­niert selbst als stark "Per­so­nen, die das Inter­net wenigs­tens ein­mal täg­lich nut­zen", nach­zu­le­sen in der oben ver­link­ten Datei aus dem Bun­des­fa­mi­li­en­mi­nis­te­ri­um. Von der­zeit etwa 46 Mil­lio­nen Inter­net­nut­zern nut­zen etwa 29 Mil­lio­nen dies min­des­tens täg­lich - wer die Mehr­heit der Inter­net­nut­zer als "star­ke" Nut­zer defi­niert, wird natur­ge­mäß kei­ne star­ken Abwei­chun­gen zu einer mini­mal klei­ne­ren Min­der­heit geben, da es kei­ne homo­ge­nen Grup­pen sind.

Zusam­men­ge­fasst: eine Stu­die, die alles dar­an setz­te, der Fami­li­en­mi­nis­te­rin nach dem Mund zu reden - wur­de ja auch von ihr in Auf­trag gege­ben.

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