Gesellschaft
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WAZ kompakt?

Ich hab’s grad erst gelesen, aber wirklich überrascht bin ich nicht: Die WAZ denkt über eine „U-Bahn-Zeitung“ nach, also ein Blatt im Format der „Welt kompakt“. Das jedenfalls entnehme ich dem Appetithäppchen von Horizont.net (und muss jetzt schauen, wo ich des gekauft bekomme).

Wie das ausschauen kann, zeigt die sechszehnseitige Beilage (PDF), die einst von der Onlineredaktion anlässlich des Todes Michael Jacksons erstellt wurde. Als ich sie damals in der Print-WAZ fand (ja, bei mir gibt’s die auch noch, aber auch nur, weil die Herner Online-Seite nicht gerade ein Ausbund an umfassender und aktueller Information ist), dachte ich spontan: „Hey, endlich hat die WAZ das Format, das zu ihren Inhalten passt!“ – und an der Haltung hat sich bei mir nichts geändert; mit jeder samstäglichen Klatsch- und Tratsch-Kolumne der Britta Bingmann verstärkt sich mein Wunsch nach einer Formatänderung, damit endlich jeder sehen kann, welche Anspruchshaltung die WAZ vertritt. Viele Gründe, zu ihr zu halten, gibt es eh nicht mehr.

Wenn die WAZ also „junge Zielgruppen“ ansprechen will, dann werde ich kein Teil dieser Zielgruppe sein. Mit Banalitäten, mundgerecht aufbereitet, will ich mich nicht abspeisen lassen.

PS: Dank an Ronnie Grob und „6 vor 9“.

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  1. Angesichts der Tatsache, dass 60% der Leute in meinem Alter nur bedingt bis gar nicht lesen können, ist das ein klassischer Fall von Perlen vor die Säue . Bevor sie sich an ein neues Feld wagt (von dem Sinn des selben mal ganz ab), sollte die WAZ vielleicht ein bisschen mehr in ihre aktuelle Print-Version investieren, da lässt ja, wie wir wissen, die Qualität reichlich zu wünschen übrig. (In der taz jedenfalls vergessen sie keine Satzteile oder Buchstaben *hust* #fail) Im Ernst: wer jetzt keine Zeitung liest, wird das auch mit der „U-Bahn-
    Zeitung“ (was ein Name)nicht tun – und schon gar nicht, wenn die Pilotausgabe über Michael Jackson ist (von dem krieg ich so langsam einen Koller.)

    • Den Koller hatte ich schon vor seinem Tod.
      Aber davon ab: das Ding wird kaum „U-Bahn-Zeitung“ heißen und die MJ-Beilage wird nicht der Pilot sein.
      Nevertheless: Schlimmer geht’s immer.

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