Monate: Juli 2009

neuland-variationen

neuland … (I) verwirrte Suppe, Liebesschwüre, im Regen die Ehe erweiternd, gut. Zeuge zu sein, wenn Neues entsteht, mein gütiges Lächeln, mein einzig möglicher Ausdruck der Freude, weil alle Sinne strahlen. Welch‘ Gnade, ohne Angst neuland … (II) an ungewohnten Ufern strandend, wirst du empfangen von welchen, die warten, dich erwarten. für diesen Tag haben sie das Boot gebaut, segeln fort mit dir von allen Küsten hin zum unentdeckten Land. neuland … (III) flirren, bibbern und wabern, alles im Vagen, Frau Sehnsucht zittert vor Freude, lässt Hägepfade höher schlagen. im Schatten des Nachtmahrs von vorne kommend schleicht der alte Affe A. heran, verwandelt Beben in Kälte. Am Fuß der greifenden Borkenranke ist das Ufer entschwunden, des hirschgekrönten Feuervogels Kinder drängen dich zu gehen. Oh, Buttermond, leuchte den Weg zum unentdeckten Land. PS: Flauscherl, du weißt, wem ich es verdanke und widme.

Ihr lernt es nicht! #zensursula #derwesten

Ein Kommentar zu einem recht schlechten Artikel bei DerWesten, der es so nicht in die Printausgabe schaffen sollte. Ich will ihn einfach mal hier so veröffentlichen und noch ein paar Links anhängen. Vorab @ #14. Das Netz war noch nie ein rechtsfreier Raum, im Gegenteil – wenn im „realen“ Leben so kontrolliert würde wir im Netz, dann säßen so manche Musiklehrer schon wegen ihrer Notenkopien im Knast. … „Holt euch doch eure Kinderpornos sonstwo.“ – Genau das hat doch die Studie beabsichtigt und die ganze von den Medien vertretene Auffassung (bis auf wenige Ausnahmen): Wer nicht für das Gesetz ist, will Kindesmissbrauch. Aber jetzt zum Artikel, der wirklich schlecht ist! Dafür, dass diese Umfrage erst am Dienstag präsentiert wurde, ist sie schon ziemlich lange öffentlich bekannt (und dort zu lesen), netzpolitik.org schrieb schon am 17. Juni über diese Studie, die andere schon kritisch geprüft haben, was hier scheinbar unnötig war. Interessant sind nämlich bei dieser Umfrage folgende Punkte: a) Die Stopp-Schild-Regelungen der Regierung werden in den Fragestellungen alternativlos dargestellt, Gegnerschaft impliziert Befürwortung von Kindesmissbrauch. Das …

Stilberatung, Update

Gerade erreichte es mich per Twitter: ab Freitag werden sich die ZDF-Nachrichten in einer neuen Aufmachung präsentieren, in einem komplett virtuellen Studien – abgesehen von einem riesigen Tisch und den Moderatoren (wobei ich mir bei denen ja noch nicht so sicher bin; aber spätestens wenn Marietta Slomka oder Heinz Wolf plötzlich in den Farben des Studios schimmern, dann weiß ich, dass es auch nur Menschen sind). Aber das nur so nebenbei. In einem der Videos, die DWDL zeigt, stach mir eines sofort ins Auge: Die heute-Nachrichten benutzen eine neue Schriftart – und das machte mich neugierig. Einerseits wollte ich unbedingt wissen, welche Schriftart das nun ist (die alte war – für die, die es interessiert – das Helvetica-Derivat Swiss 721) – und andererseits fand ich auf der Suche nach der Antwort auf meine Frage den Styleguide des ZDF. Anders gesagt: suchend nach dem namen einer Schriftart fand ich die Kurzversion des Benutzerhandbuchs für die ZDF-Optik. Und weil ich das Heftchen irgendwie spannend fand, suchte ich weiter und fand noch mehr. Et voilà, lauter PDF-Dateien: ZDF …

WAZ kompakt?

Ich hab’s grad erst gelesen, aber wirklich überrascht bin ich nicht: Die WAZ denkt über eine „U-Bahn-Zeitung“ nach, also ein Blatt im Format der „Welt kompakt“. Das jedenfalls entnehme ich dem Appetithäppchen von Horizont.net (und muss jetzt schauen, wo ich des gekauft bekomme). Wie das ausschauen kann, zeigt die sechszehnseitige Beilage (PDF), die einst von der Onlineredaktion anlässlich des Todes Michael Jacksons erstellt wurde. Als ich sie damals in der Print-WAZ fand (ja, bei mir gibt’s die auch noch, aber auch nur, weil die Herner Online-Seite nicht gerade ein Ausbund an umfassender und aktueller Information ist), dachte ich spontan: „Hey, endlich hat die WAZ das Format, das zu ihren Inhalten passt!“ – und an der Haltung hat sich bei mir nichts geändert; mit jeder samstäglichen Klatsch- und Tratsch-Kolumne der Britta Bingmann verstärkt sich mein Wunsch nach einer Formatänderung, damit endlich jeder sehen kann, welche Anspruchshaltung die WAZ vertritt. Viele Gründe, zu ihr zu halten, gibt es eh nicht mehr. Wenn die WAZ also „junge Zielgruppen“ ansprechen will, dann werde ich kein Teil dieser Zielgruppe sein. …

Das Internet … #freierraum?

… ist kein rechtsfreier Raum.“ oder so ähnlich. Wer kennt diesen wunderschönen Satz nicht? Er ist gemacht wie für das allseits beliebte Bullshit-Bingo – und Politiker_innen, die keine Ahnung haben etwas auf sich halten; sie nutzen diese Phrase, wann immer es um das Internet geht. Beispiele gefällig? ganz neu dabei: Sascha Raabe (SPD), MdB Main-Kinzig-Kreis: „Das Internet ist kein rechtsfreier Raum.“ (Lest seine Pressemitteilung, wie er Piraten, die „Internet-Community“ und alle, die gegen das Gesetz waren, zu Befürwortern von Kindesmissbrauch macht; es lohnt sich) Ursula Von der Leyen (CDU), Bundesfamilienministerin: „Das Internet kann kein rechtsfreier Raum sein.“ (Lest das Interview und habt im Hinterkopf, dass #Zensursula bei der Pressekonferenz zur Vorstellung ihres Vorhabens einst Kindesmissbrauch dokumentierendes Material gezeigt hat) CDU/CSU-Bundestagswahlprogramm 2009, S. 56 (PDF): „Das Internet ist kein rechtsfreier Raum.“ Thomas Strobl (CDU), MdB Heilbronn: „Wenn es einen Nachweis gibt, dass sich Killerspiele negativ auf das Verhalten Jugendlicher auswirken, dann kann das Internet kein rechtsfreier Raum sein.“ (Oh, oh, was machen wir erst, wenn sich zeigt, dass Need for Speed-Spieler_innen zum Rasen neigen?) Jörg van …