Gesellschaft
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little brother (update!)

eine gesell­schaft, erschre­ckend nah an der rea­li­tät: san fran­cis­co im son­ni­gen kali­for­ni­en (welch vor­ur­teil), mar­cus yal­low, 17 jah­re, wie jeder schü­ler mit­tels kame­ras über­wacht, mit schul­com­pu­tern, die pri­mär ihre nut­zer aus­spio­nie­ren sol­len, aber längst gehackt wur­den, ist mit sei­nen freun­den zur fal­schen zeit am fal­schen ort: ter­ro­ris­ten spren­gen die bay bridge und als der ers­te rauch sich ver­zo­gen hat, fin­det er sich in einem gehei­men lager - guan­ta­mo lässt grü­ßen - des hei­mat­schutz­mi­nis­te­ri­ums wie­der. nach der preis­ga­be sei­ner pri­vat­sphä­re darf er zwar gehen, muss die­se epi­so­de der recht­lo­sig­keit aber allen ver­schwei­gen.
als reak­ti­on auf sei­ne erfah­run­gen mit der abschaf­fung der bür­ger­rech­te im zuge der ter­ro­ris­mus­be­kämp­fung, greift er mit der zeit zu maß­nah­men des zivi­len unge­hor­sams, sabo­tiert die über­wa­chungs­me­cha­nis­men und fin­det dabei vie­le ver­bün­de­te, die - eben­so wie er - mit­tels gehack­ter xbo­xen anonym im inter­net sind. die maß­nah­men des hei­mat­schutz­mi­nis­te­ri­ums wer­den immer tota­li­tä­rer, der wider­stand wird stär­ker und auch bekämpft, irgend­wann sind auch spio­ne der regie­rung im xnet, dem netz, das zwi­schen den xbo­xen geknüpft wur­de und ver­su­chen, den wider­stand auf allen wegen zu ver­nich­ten, men­schen kön­nen ja ein­fach ver­schwin­den …

die­ses buch, litt­le bro­ther von cory doc­to­row, fand ich - ich weiß nicht mehr, wie ich auf sei­ne sei­te fand - im mai 2008. jetzt gibt es - netz­po­li­tik sei dank, dass ich es weiß - von chris­ti­an wöhrl eine tol­le über­set­zung ins deut­sche. es ist kein schö­nes buch im klas­si­schen sin­ne, es schil­dert die dys­to­pie eines nicht all­zu fer­nen über­wa­chungs­staa­tes in teils dras­ti­schen bil­dern, bleibt dabei aber ange­nehm unauf­ge­regt und ist ein star­kes plä­doy­er für zivi­len unge­hor­sam gegen einen staat, der der ter­ror-hys­te­rie ver­fal­len ist - und ganz neben­bei erklärt doc­to­row  grund­la­gen der ver­schlüs­se­lung. ich hab das buch heu­te nacht in vier stun­den ver­schlun­gen und war­te schon auf den film (von dem wahr­schein­lich bis­her nicht ein­mal ange­dacht ist, dass es einen geben soll).

bei­de pdf-datei­en ste­hen unter eine crea­ti­ve commons-by-nc-sa-3.0-lizenz, inso­fern bekommt ihr hier bei­de datei­en mit der bit­te, sie wärms­tens wei­ter­zu­emp­feh­len und eben­falls bei euch unter der lizenz zur ver­brei­tung ein­zu­stel­len.

cory doc­to­row: litt­le bro­ther. (pdf)
cory doc­to­row: litt­le bro­ther, über­setzt von chris­ti­an wöhrl. (pdf)

btw: falls jemand noch kei­ne idee hat, wat ich mir zu weih­nach­ten wün­sche: am 29. novem­ber kommt in eng­land end­lich eine ver­leg­te print-ver­si­on von litt­le bro­ther her­aus. des wär was.

ps: mein hun­derts­ter bei­trag. *freu*

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