Gesellschaft
1 Kommentar

warum obama nicht bundeskanzler werden kann

zehn thesen, warum sich barack obamas erfolg nicht einfach so kopieren lässt. die ursprünglichen zehn steilen thesen stammen von sebastian gievert. um aber nicht überall einschränkungen machen zu müssen, wie es sebastian reichel tut, habe ich ein wenig eigene gedanken eingebaut, gekürzt, umformuliert und auch einfach zitiert.

  1. das internet wird als medium der nerver und nerds erlebt.
  2. die pluralistische medienlandschaft lässt die botschaften der politiker bei den bürgern ankommen. die bedeutung des internets an der medienlandschaft wird unterschätzt.
  3. wahlkampf wird überwiegend von parteimitgliedern und via parteienfinanzierung getragen, ist um einiges billiger als in den usa.
  4. fernsehen und rundfunk müssen wahlwerbung unentgeltlich ausstrahlen, internetwahlkampf kostet geld, das lieber in plakate und stände investiert wird, die auch wenig internetaffine (v.a. ältere) bürger erreichen.
  5. ehrenamt in deutschland findet in unkoordinierten lokalen gruppen statt, weswegen sich selten personen außerhalb der parteien für einen parteienkandidaten engagieren.
  6. die parteistrukturen in der führungsebene entstammen einer zeit ohne internet und müssen noch durchbrochen werden.
  7. der datenschutz verbietet die weitergabe persönlicher daten unentschiedener wähler zur wahlwerbung.
  8. „die parteien in deutschland können auf ihren mitmach-seiten für jede unkontrollierte äußerung oder falsche tatsachenbehauptung dritter haftbar gemacht werden – und können sicher sein, dass irgendjemand es auch versuchen wird.“
  9. „wen sie wählen wollen, verraten deutsche ungern öffentlich. deshalb unterstützen deutsche wähler ihre partei oder ihren kandidaten selten für alle sichtbar im web. graswurzel-engagement hat es daher schwerer.“
  10. in den usa gibt es mit dem präsidenten einen sündenbock, in deutschland nur „die da oben“. „die da oben“ sind regierung und opposition, die wahl ist eine zwischen zwei übeln.

in diesem sinne: ran an die diskussion, wie man das ändern könnte. wie könnte ein obama bundeskanzler werden – oder wollen wir das gar nicht?

Teilt meinen Text
Tweet about this on TwitterShare on FacebookShare on Google+Share on TumblrEmail this to someone

1 Kommentare

  1. In Deutschland sind Aussenseiter relativ unbeliebt, und als das stand Obama bis Februar diesen Jahres da. In hierigen parteienverhältnissen wäre ein Obama gar nicht in der Hauptpartei, die den Kanzler stellen könnte, sondern wohl in einer der kleinen Koalitionspartner zu finden, und somit allein durch die Parteienzugehörigkeit disqualifiziert.
    Was die Internetbewegung bei der Politik angeht, so stimmen viele Aussagen sicher, aber es bleibt abzuwarten, was im nächsten Jahr passieren wird. Eigentlich ist es die erste Wahl, die mit einem aktiven Web 2.0 als Parallelveranstaltung läuft, denn die Wahl 2005 war zu überraschend und unvorbereitet, als das sich dort leute hätten drauf einschiessen können. WIr werden in den nächsten Monaten sicher eine ganze reihe von neuen Blogs o.ä. erleben, die sich mit der Politik auseinandersetzen werden. Das war in vielen Staaten so, und so wirds auch hier sein. Ob diese über den Wahltag hinaus wirklich zuspruch erhalten darf allerdings bezweifelt werden, dafür ist Deutschland noch nicht reif genug.
    Und ob es ein Obama geben wird? Nun es wird sicher wer versuchen ihn nachzumachen, das erlebt man derzeit in vielen Demokratien um den Globus. Ob das gerade erfreulich ist, ist aber eine andere Sache (schlechte Imitationen sind meisst sehr nervig).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *