Monate: September 2008

neonmonde

neon­mon­de hän­gen an der wand, fla­ckern und ver­ge­hen, einer nach dem andern, nur die kof­fersta­sis­sta­ti­on blickt mich aus ihren ein­zel­nen roten und grü­nen augen gif­tig an. drau­ßen, glüh­würm­chen, an later­nen­mas­ten auf­ge­knüpft, ster­ben einen ein­sa­men tod. das grab in den lüf­ten - eine unzu­läs­si­ge his­to­ri­sche ver­qui­ckung - hüllt sich in kal­ten, schwar­zen samt, war­tet, dass die zeit kommt. die zeit wird kom­men, sagen sie, die zeit ist, doch nicht hier, sagen sie. nein, ent­geg­nest du, wer berei­tet der zeit die glei­se?

dogmatisch reisen für anfänger. tag 3 - mittwoch, 27.08.2008

mitt­woch: als wir in oświe­cim ankom­men, ist es noch nacht. fahr­plan­mä­ßi­ge ankunfts­zeit wäre 4.37 uhr gewe­sen, aber wir hat­ten ja schon bei der abfahrt in wien eine hal­be stun­de ver­spä­tung - und jetzt ist es etwa vier­tel vor fünf. stol­ze leis­tung, in ande­ren län­dern wäre das nicht pas­siert. der net­te herr, der mei­ne bei­den pol­nisch spre­chen­den abteil­ge­nos­sIn­nen unab­läs­sig in einen mono­log ver­wi­ckelt hat­te, steigt auch hier aus, hier in - ja, wo bin ich eigent­lich? … ich weiß, es soll­te oświe­cim sein, die rie­si­gen buch­sta­ben am bahn­hofs­ge­bäu­de mit ost­block­charme spre­chen auch von oświe­cim, aber ich ste­he hier mit­ten in der pam­pa. vier bahn­stei­ge, über­gang von einem zum ande­ren erfolgt über die glei­se, war­te­häus­chen oder über­dach­te sitz­plät­ze gibt es nicht und oben­drein ist es - wer hät­te es gedacht? - dun­kel. nacht halt, vor son­nen­auf­gang. dazu gesel­len sich nied­ri­ge tem­pe­ra­tu­ren und nebel. will­kom­men in polen und ein herz­li­ches dzień dobry.

16 uhr 20 und 55 sekunden

gezz isset raus: statt bmw heiß­tet für die spd nun bge. … um es mal in nor­mal­spra­che zu über­set­zen: statt "beck muss weg" heiß­tet gezz "beck geht end­lich". und "spd" soll­te noch eini­ger­ma­ßen bekannt sein, hof­fe ich … jeden­falls: um exakt 16.20 uhr und 55 sekun­den sprach par­tei­vi­ze­chef frank-wal­­ter stein­mei­er das aus, was schon seit stun­den durch die roten bal­ken der pri­va­ten nach­­­rich­­ten- und tes­to­ste­ron­sen­der n-tv und n24 als bre­chen­de neu­ig­kei­ten ticker­te: kurt beck hat die bro­cken fal­len las­sen, bis zum son­der­par­tei­tag ist nun unser bun­des­ad­ler stein­mei­er der kom­mis­sa­ri­sche spd-chef und dar­über hin­aus kanz­ler­kan­di­dat. … kann es sein, dass die spd ihre vor­sit­zen­den so schnell ver­schleißt wie ita­li­en sei­ne regie­run­gen? ach, bevor wir es ver­ges­sen, denn er soll der alte und neue spd-chef wer­den: mün­te's back! in die­sem sin­ne: hal­le­lu­jah!

schwindmondnacht, so rostig

schwind­mond­nacht, so ros­tig mei­ne sichel, mag die erin­ne­run­gen nicht mehr schnei­den für mei­nen trank des geden­kens, lässt mich end­los irren von seuf­zer­klee und kum­mer­gras ent­lang der kal­ten mau­er. mein ein­zig pfad, ich bin umringt, erinn’rung türmt sich auf, ich kann sie nicht mehr trin­ken, mau­ert mich ein in mei­nem turm ohn’ tor, ohn’ spros­sen. ein turm ohn’ dach, es reg­net begeh­ren, ich hör der vet­tel wahn­wil­den tanz und ertrin­ke im wunsch nach schlaf. (damit nach der gan­ze schei­ße mal wie­der ein wenig niveau auf­kommt -.-)

so ne scheiße!

eines muss man dem stu­di­VZ mal las­sen: es gibt auch gute grup­pen. mit guten bei­trä­gen und tol­len links zu ganz gran­dio­sen bei­trä­gen. ich geb zu, es ist ne scheiß-dis­kus­­si­on, die da geführt wird, aber der fol­gen­de bei­trag ist ein­fach zu fein. Kanns­te die Art der Schei­ße auch bestim­men dann könn­te ich dir vie­leicht wei­ter­hel­fen … zur aus­wahl ste­hen -> Die Geis­ter­scheis­se: Du weisst, dass Du geschis­sen hast. Da ist Scheis­se am Klo­pa­pier, aber kei­ne Scheis­se in der Schu­es­sel. Koenn­te auch "Tor­pe­do­scheis­se" gewe­sen sein, wenn man es plump­sen geho­ert hat. Die Tef­lon­scheis­se: Kommt so sanft und weich raus, dass man es gar nicht merkt. Kei­ne Spu­ren auf dem Klo­pa­pier. Du musst in die Klo­schu­es­sel sehen, um sicher­zu­ge­hen. Die Gum­mi­sch­eis­se: Die­se hat die Kon­sis­tenz von heis­sem Teer und hin­ter­la­esst wider­spens­ti­ge Res­te in der Klo­schu­es­sel. Du wischst Dir den Arsch 18 mal und er ist immer noch nicht sau­ber. Du endest damit, dass Du Dir Klo­pa­pier in die Unter­ho­sen stopfst, um sie nicht zu ver­sau­en. Die Spaet­zu­en­der­scheis­se: Du hast Dir den Hin­tern fer­tig abge­wischt und stehst gra­de auf …