Gesellschaft
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du machst! berlin '08, tag 1

tcha, gezz neigt er sich dem ende zu, der ers­te offi­zi­el­le tag mit pro­gramm bei "ber­lin '08" und ich sit­ze auf der gro­ße, fla­chen trep­pe im fez mit­ten in der schö­nen wuhl­hei­de im noch schö­ne­ren ber­lin.

ein klei­ner vor­ge­schmack auf das resü­mee: ssänk juh for träwel­ling, wow, hoff­nun­gen, begehrt­hei­ten, ver­wir­rung, ehrung, was­ser.

jetzt die lang­ver­si­on.

SSÄNK JUH FOR TRÄWELLING. frei­tag­mor­gen, der zug ab her­ne fährt um 9.08 uhr, so weit, so gut … bis hamm läuft alles gut, trotz des umstiegs in dort­mund (seit dort bin ich im ice). gut, die bahn­an­sa­gen sind kom­pe­tent wie eh und je: die stim­me jault, dass man die frau kaum ver­steht, alles, was recher­chier­bar ist, muss sie recher­chie­ren, was zeit kos­tet und ihr eng­lisch ist gut, bis auf die aus­spra­che. die ist under all pigs. in hamm dann ver­spä­tung, weil wie so oft was nicht geklappt hat, doch bis ber­lin ist alles wie­der in time. pünkt­lichst auf die minu­te erhält der zug ein­fahrt in den ber­li­ner ost­bahn­hof, von wo es dann in die wuhl­hei­de geht, was sich als erstaun­lich unpro­ble­ma­tisch her­aus­stellt.

WOW. die befürch­tun­gen in düs­te­rer erin­ne­rung an 2005 waren unbe­grün­det, der zelt­platz (die mit­tel­flä­che einer trab­renn­bahn) ist gut, der weg zur wuhl­hei­de selbst ist weni­ger schön. zwar gut gang­bar, aber zu weit … doch wir stadt­men­schen sind ja auch nichts gewöhnt.

WASSER 1. nu … so weit so gut, der immer wie­der auf­schau­ern­de regen macht dann nicht ganz so mun­ter - aber regen gehört wohl zu ber­lin dazu, was sol­che fes­ti­vals betrifft … ick kenn' et jeden­falls nüscht anders! … die bösen erin­ne­run­gen … ja, ber­lin '08 wird damit leben müs­sen, dass ich es stän­dig mit ber­lin '05 ver­glei­chen wer­de, aber da sieht man auch mal, was sich da ent­wi­ckelt hat.

HOFFNUNGEN. defi­ni­tiv ein nega­ti­ver höhe­punkt: beim ein­che­cken um 15 uhr am frei­tag (dem ers­ten off­zi­el­len tag, ich wie­der­ho­le es nur ungern!) gibt es bereits kei­ne t-shirts mehr. vor drei jah­re hat­te es dazu noch bis 17 uhr gebraucht. … wofür woll­ten die orga­ni­sa­to­ren denn dann die kon­fek­ti­ons­grö­ße wis­sen, wenn es doch zu weni­ge t-shirts gab? … wobei: es gab nicht zu weni­ge t-shirts, die damen vom bpb-stand brüs­te­ten sich damit, dass sie noch genü­gend zum "nach­le­gen" hat­ten. nur dass die dafür fünf euro haben woll­ten *grmbl* … defi­ni­tiv ein posi­ti­ver höhe­punkt hin­ge­gen das essen: statt abfer­ti­gung wie beim bil­lig­bä­cker gibt es dies­mal für drei euro essen soviel das herz begehrt … und so schlecht ist das nicht. auch posi­tiv: es gibt duschen. 16 mehr als 2005, näm­lich nun­mehr gan­ze 16 stück. … aber damals war die orga­ni­sa­ti­on ja noch über­for­der­ter.

BEGEHRTHEITEN. kaum ange­kom­men und beim pro­gramm am lesen am fla­nie­ren am dran sein, geht das dilem­ma schon los. die julis wol­len mich haben, ich soll mit ihnen über gene­ra­tio­nen­ge­rech­tig­keit reden und dann womög­lich über einen bei­tritt nach­den­ken. irgend­wie über­kam mich da ein ungu­tes gefühl und ich fand es fast schon beru­hi­gend, dass mir der typ von ['solid] nur wort­los nen zet­tel in die hand drück­te. dan­ke auch. damit hat­te ich genug und es war wirk­lich erfri­schend, dass ich dann mit frank­fur­ter jusos zu abend aß.

VERWIRRUNG. trotz der gran­dio­sen orga­ni­sa­ti­on (man über­hö­re bit­te den dezen­ten sar­kas­mus) und eines über zwei­hun­dert sei­ten star­ken pro­gramm­hef­tes konn­te man nicht davon aus­ge­hen, dass die dar­in beschrie­be­nen ver­an­stal­tun­gen auch tat­säch­lich so und in der form und über­haupt statt­ge­fun­den haben. jeder aus­rich­ter hat­te sein eige­nes pro­gramm dabei und in vie­len stan­den ande­re uhr­zei­ten, inhal­te und orte als im offi­zi­el­len kata­log. aba nu. eigent­lich woll­te ich mit dem cha­os com­pu­ter club (ccc) mei­ne fest­plat­te ver­schlüs­seln, aber pus­te­ku­chen weil wegen is nich zu der zeit. … wei­te­re ver­wir­rung: war die lin­ke nicht mal pazi­fis­tisch oder meint sie nicht es zu sein? war­um lief dann gre­gor gysi nur umringt von sicher­heits­men­schen über das gelän­de? pädo­pho­bie? selt­sam, selt­sam.

EHRUNG. wie sich das so gehört beim pro­jekt p ali­as ber­lin '05 ali­as nun­mehr ber­lin '08, braucht man für funk­tio­nie­ren­de par­ty­zi­pa­ti­on natür­lich auch par­ty­ma­cher - und wer zieht gera­de bei jugend­li­chen bes­ser als eine bekann­te musik­for­ma­ti­on? da bleibt natür­lich kein auge tro­cken (ver­zeiht die for­mu­lie­rung, die ent­rutsch­te mir grad so, ich war abge­lenkt und weiß end­lich, wel­che bedeu­tung die grü­ne far­be des "ber­lin '08"-t-shirts hat; blau sind pro­gramm­ma­cher, rot mit­ma­cher, die teil­neh­mer SOLLTEN auch t-shirts bekom­men haben, aber ne?), will sagen da bleibt natür­lich nicht aus, dass etwas ein­gän­gi­ges gefun­den wer­den muss, mit freund­li­chen grü­ßen an den main­stream. ABER: miss plat­num heißt wirk­lich so und ist eine sängerin/combo, ne eine art bal­kan-eth­no-pop macht, nicht übel, wirk­lich, und cul­cha can­de­la kann sogar gute lie­der machen! nicht zuletzt: geschmacks­sa­che. inso­fern freu ich mich auf pan­teón rococó und die hel­den. was die ehrung anbe­langt: cul­cha can­de­la hält ber­lin für die geils­te stadt der welt und hat alle nicht­ber­li­ner gnä­di­ger­wei­se zu ehren­ber­li­nern erklärt, um par­ty zu machen. na doll, da wan­der' ich lie­ber aus. vor allem: es gab kei­ne zuga­ben und die her­ren waren pünkt­lich fer­tig. wenigs­tens ein pro­gramm­punkt, der sich an das pro­gramm hielt. in die­sem fal­le: lei­der.

WASSER 2. wo ich es einst bereits ange­ris­sen hat­te: das wet­ter heu­te war nicht das bes­te, aber sehr typisch. regen­schau­er im wech­sel mit strah­len­dem son­nen­schein. das zelt wur­de pas­send zum regen fer­tig und wann immer es hef­tig von oben kam, war zum glück ein unter­stand in der nähe. letzt­lich kam mir die gan­ze piss­plör­re von unten die hose hoch­ge­kro­chen. na, dan­ke!

ENDE.

damit genug für heu­te … wird ja noch viel pas­sie­ren.

ps: einen hät­te ich noch: da gibt es schon gra­tis wlan aufm gelän­de, eine home­page, eine fes­ti­val­zei­tung und the­men­mä­ßig geht es neben isra­el, gleich­be­rech­ti­gung/femi­nis­mus und daten­schutz um das web 2.0 - und was fehlt im gro­ßen spek­trum der aus­drucks­for­men (fes­ti­val­ra­dio, fern­se­hen, zei­tung gibt es ja): ein blog mit der mög­lich­keit, ande­re blogs zu ver­lin­ken. mei­nes erach­tens ein kla­res man­ko bei einer ver­an­stal­tung, die ver­sucht, jugend­li­che zur par­ti­zi­pa­ti­on zu ermu­ti­gen, immer­hin ist das internt samt der blogs doch teil der jugend­li­chen lebens­welt.

wenn ihr also ein blog wisst, das auch über ber­lin '08 schreibt: sagt es mir, damit wir uns ver­net­zen kön­nen. ich werd auch mal auf die suche gehen. der zelt­platz ist ja groß. und hel­ga ist nicht weit.

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